Dr. med. dent. Norbert
Guggenbichler:
Ganzheitsmedizinische und psychosomatische Aspekte zur (Un-)Verträglichkeit
von Materialien - Beispiele aus der zahnärztlichen Praxis unter spezieller
Berücksichtigung des Werkstoffs Titan (Teil 4)
Therapiemöglichkeiten bei Materialunverträglichkeiten
Nach Vorstellung von Aspekten aus den Disziplinen der Umweltzahnmedizin,
Toxikologie, Traditionellen Chinesischen Medizin, Psychoanalyse, Psychosomatik,
Gesellschaftswissenschaft und der Spirituellen Medizin in Teil 1-3 sollen hier
verschiedene Verfahren vorgestellt und eine Synopsis der Handlungsmöglichkeiten
angedeutet werden, im Sinne der Verdeutlichung eines individuell zu findenden
roten Fadens als notwendende Kombination von Therapiemaßnahmen.
Kontakt-Vermeidungs-Strategie („weg vom Metall")
Diese Sichtweise entspricht gängigen medizinischen Therapiestrategien und auch
dem alltagspraktischen Empfinden, welches geprägt ist von
„Kontakt-Vermeidungs-Strategie„: „Vermeiden, Desinfizieren, Abtöten - so lautet
... die herkömmliche Strategie in der Begegnung mit Mikroben und Allergenen"
(64). Diese Strategie stößt an ihre Grenzen, weil sie symptomatisch orientiert
ist statt die Frage nach prioritären und kausalen Krankheitsdispositionen zum
Ausgangspunkt der Therapieplanung zumachen. Das Eliminierungsprinzip, wie es bei
Nahrungsmittelallergenen empfohlen wird, ist nicht ohne weiteres anwendbar (65).
Es ist jedoch nicht geeignet, wenn es um Kontakt zu schwer vermeidbaren Stoffen,
um ständig wechselnde oder um unbekannte Stoffe handelt oder um Patienten, die
für eine chirurgische Therapie nicht geeignet oder bereit sind.
Maskierte Krankheitsursachen
Von daher muss sich ein Therapieprinzip gerade an diesen Fällen messen lassen,
bei denen das Weglassen problematischer Stoffe nicht realisierbar ist:
Entscheidend sind somit innere Faktoren des Patienten, die determinieren, wie er
auf äußere Einwirkungen reagiert. Dies bedeutet, dass die Symptomebene
hinterfragt und nach maskierten Ursachen zu forschen ist. Als diagnostische
Verfahren bieten sich die EAV und die Kinesiologie an, vor allem kombiniert mit
einer systemischen Verständnis des Menschen als reaktiver Organismus, der
solange im vegetativen Gleichgewicht bleiben kann, wie er Abweichungen von der
Norm zu kompensieren vermag ( 66 ) .
Zur „Gesundheit" heutiger Patienten
Nach offiziellen Zahlen gibt es heute sechsmal soviel chronisch erkrankte
Menschen wie vor 50 Jahren ( 67). Prof. Johannson von der European Academy of
Allergology and Clinical Immunology geht davon aus, dass im Jahr 2020 jeder
Mensch in Europa Allergiker sein wird (68 ).
Weil Krankheiten über Symptome definiert werden, gibt es viele chronisch Kranke,
die keine Symptome haben ( z.B. weil ein Diabetes gut eingestellt ist) , sich
gut fühlen und sich daher nicht als chronisch krank wahrnehmen. Symptom-ose
Stoffwechselstörungen wie auch geringfügige Beschwerden („Erstsymptome" wie z.B.
ständiger Heißhunger als Vorbote einer insulinpflichtigen Stoffwechsellage)
werden daher von Patienten nicht als „Krankheit" definiert, obwohl das vom
physiologischen Geschehen her angebracht wäre.
Dazu kommt, dass die statistisch häufigsten Krankheiten der Jetztzeit katabole
Krankheiten ( z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen) sind, deren Charakteristikum
eine fehlende Formveränderung ist , oft verbunden mit Schmerzfreiheit.
Ka-tabolie ist gewöhnlich auch bei chronischen Entzündungen anzutreffen, die
selbst meist klinisch stumm sind, jedoch in der Regel andere Organe belasten.
Nur anabole Krankheiten ( mit Schwellung, Rötung, Schmerz etc.) sind im
landläufigen Sinne Krankheiten, die (fast) immer einen Arztbesuch zur Folge
haben. Diese Feststellung sind von großer Bedeutung: Es ist davon auszugehen,
dass fast alle Patienten mit Implantaten in mehr oder weniger großem Masse
katabole Erkrankungen aufweisen. Die Unterscheidung zwischen anabolen und
katabolen Krankheiten geht zurück auf Prof. Dr. Jürgen Scholes Modell der
Stoffwechselregulation ( 69) als Grundlage des Lebens. Im Organismus erfolgt
eine ständige gegenseitige Beeinflussung zwischen anabolem Synthese- und
katabolem Energiestoffwechsel, an dem die Schilddrüsenhormone und das Cortisol
den anabolen Stoffwechsel herunterregulieren und das somatotrope Hormon
andererseits den anabolen Stoffwechsel anregt. Jemand mit einer katabolen
Erkrankung geht häufig viel zu spät zum Arzt und erlebt dann noch häufiger, als
Hypochonder eingestuft zu werden: Sein Schmerz hat keine sichtbare
Gewebsveränderung als Grundlage, häufig ist es ein projizierter Schmerz . Da in
der Regel nur dort behandelt wird, wo das Symptom auftritt, erfahren die meisten
katabol Erkrankten eine unzureichende Therapie.
Alles zu seiner Zeit
Jeder Reiz in eine entgleiste Stoffwechsellage hinein kann zu einer
Verschlimmerung führen. Bei katabolen Krankheiten bedeutet dies zunehmende
Chronifizierung und Degeneration. Alles, was der Körper als toxische Belastung
aufgebürdet bekommt, verstärkt die katabole Stoffwechseltendenz. Aus diesem
Grund sind toxische Materialien (Amalgam, Titan, Fluorid) ebenso wie psychischer
Dauerstress und Überernährung mit raffinierten Kohlehydraten (Raffinadezucker
und -mehl) für jeden chronisch kranken Patienten destruktive Einflüsse: Er gerät
immer mehr in die katabole Stoffwechsellage, in eine Regulationsstarre hinein,
die umso schwerer zu therapieren ist, je länger sie bestanden hat. Nur wenn
wieder genügend STH freigesetzt wird, wird Gesundheit wieder möglich.
Voraussetzung hierfür ist aber, die katabol wirkenden Einflüsse, die auch die
Ausschüttung von STH aus der Hypophyse hemmen, abzustellen.
Dem ganzheitlichen Therapeuten kommt somit bei jedem chronisch kranken Patienten
die wichtige Aufgabe zu, katabol wirkende Einflüsse zu erkennen und zu
beseitigen. Es liegt nahe, beim anabol Erkrankten primär allergene zahnärztliche
Werkstoffe zu identifizieren und zu therapieren. Beim katabol Erkrankten ist die
Diagnose und Therapie toxischer Belastungen angezeigt.
Prioritätenklärung mittels Energie-Check nach Dr. R. Banis
Um eine am richtigen Punkt ansetzen-de The-ra-pie zu ermöglichen, hat es sich
bewährt, eine quantifizierende Bewertung der vorliegenden Belastungs-faktoren
durchzuführen. Methoden hierzu sind energetische Testverfahren wie
Elektroakupunktur (z.B. Vegatest) oder Kinesiologie , bei der die gefundenen
Belastungsampullen z.B. über die Prozentskala oder den Biologischen Index
gefiltert werden. Faktoren mit hohem Prozentwert oder Biolo-gischen Index haben
einen hohen kausalen Stellenwert.
Besonders unkompliziert läßt sich mittels des 1997 eingeführten im
„Energie-Check" Reba-Gerätes nach Banis und Jössner der Stellenwert der
jeweiligen Belastungsfak-toren identifizieren: Zunächst werden die Ener-giewerte
des Patienten gemessen (Vital/Emotional/Mental/Kausal).
Nach peripherer Auflage (alternativ wäre auch die Verwendung des
Frequenz-Resonators nach Rossaint anzuraten) der gefundenen Energieblockaden (Chakra-
/Emotional-/Akutmittel der Fa. Rubimed oder Organtestampullen nach Banis) werden
die Energiewerte nochmal gemessen. Zeigt sich ein Anstieg auf die Optimalwerte,
so sind die gefundenen Energieblockaden aktuell vordringlich zu behandeln (70).
Alternativ wäre möglich: Die ermittelten Belastungsampullen (z.B. Proben von
Amalgam, Titan etc.) werden zentral (oberhalb des Schlüsselbeins) aufgelegt. Je
höhere Vital- und Emotionalwerte mit zentral aufgelegter Belastungsampulle zu
finden sind, umso wichtiger ist die Therapie des entsprech-enden Befundes. Denn:
Je höher der Zuwachs an Energie , umso mehr gewinnt der Patient durch die
Reduktion des jeweiligen Belastungsfaktors.
Auf diese Weise lassen sich Fehltherapien vermeiden: Es gibt unübersehbare
Hinweise, dass unbewußten seelischen Konflikten absolute Priorität als
Krankheitsdisposition und -auslösung einzuräumen ist. Wenn psychischer Stress
die dominante Belastung ist, könnten die Mittel der Psychosomatischen Ener-getik
nach Dres. Banis erfolgversprechend eingesetzt werden. Es wäre fatal, wenn z.B.
in Unkenntnis dessen eine belastende zahnärztliche Sanierung mit Entfernung von
Metallen, Zähnen oder Implantaten durchgeführt würde.
Ob es empfehlenswert ist, gravierende Veränderungen der vorhandenen
Oralsituation vorzunehmen, kann nur individuell entschieden werden. Im
ungünstigsten Fall wäre bei einer rein mechanistisch durchgeführten
Entfernungstherapie keine Besserung in Sicht, sondern das OP-Trauma verstärkte
die vorhandene Stoffwechseltendenz mit der Folge einer progredienten Morbidität.
Eine Teilsanierung bedeutet oft nur einen Teilerfolg, der wenig am subjektiven
Zustand des Patienten ändert. Dies ist immer eine frustrierende Erfahrung, die
sowohl dem Patienten als auch dem Therapeuten erspart bleiben sollte.
Materielle Entgiftung
Es ist ein besonders kritisch zu bewertende Faktum, dass Metalle wie z.B. Titan
durch Hemmung der Makrophagenproduktion einen wesentlichen Teil der Immunabwehr
des menschlichen Körpers schwächen können. Grundsätzlich sind Zahnmetalle
Umweltproblemstoffe, für deren Ausscheidung dem Homo sapiens sapiens keine
geeigneten physiologischen Regulationsmuster zur Verfügung stehen: Das
Immunsystem ist spezialisiert für die Abwehr von infektiösen Substanzen, jedoch
nicht auf die Bewältigung chemischer Fremdstoffe ausgerichtet. Schwermetalle
werden im Körper über die Sulfhydryl-Brücken an Lipoproteine gebunden und
dadurch hydrophob/fettlöslich. Dies macht aus Biotoxinen Neurotoxine. Eine
Belastung kann in dreifacher Hinsicht entstehen: Mengenabhängig entsteht über
Enzymblockaden und erhöhtem Verbrauch an physiologischen Elektronendonatoren
eine toxische Wirkung. Mengenunabhängig ist über Mediatoren-Provokation eine
sensibilisierende Wirkung auf die T-Lymphozyten möglich. Die verstärkte
Einlagerung von Metallionen im Gewebe verstärkt die Empfänglichkeit des Gewebes
für mikrophysikalische Schwingungen und bewirkt eine Beeinträchtigung des
Kommunikationsverhaltens der Zellbestandteile (Resonanzeffekte). Besonders
gefährdete Proteinstrukturen sind Neurotransmitter wie Serotonin, Hormone (z.B.
Schilddrüsenhormonrezeptoren) und Enzyme (ATP, Hämoglobin, Histidin, Desaturase).
In je geringerer Konzentration diese Stoffe im Körper kreisen, umso stärker
macht sich eine Inaktivierung durch Neurotoxine bemerkbar. Metalltoxine
blockieren auch über die Einlagerung an die Proteoglykane des unspezifischen
Bindegewebes, vor allem über die Anhaftung an stoffwechselsteuernde und
antioxidative Zellfunktionen und Kapazitäten die elektrisch aktiven Strukturen
und bewirken einen Verlust an Steuerungskompetenz, eine Blockade des
Informationsflusses. Die Zelltätigkeit wird beeinträchtigt einerseits über die
Blockierung der intrazellulären Entgiftungsfunktionen (Glutathion-Mechanismus)
als auch über die Blockierung der Zellmembrandurchlässigkeit und den verstärkten
Abbau von Zellwandbestandteilen durch erhöhte Aktivität der Phospolipase bis hin
zum frühzeitigen Zelltod. Dieser Effekt wird nicht nur durch Schwermetalle
verstärkt, sondern auch durch erhöhte Insulinspiegel, Biotoxine von Bakterien
und Viren, Pestizide, Aspartam und Schlangengifte.
Das daraus abzuleitende Therapieprinzip der materiellen Entgiftung mittels
geeigneter Verfahren wie z. B. Vega-Matrix-Therapie oder Infusionstherapie mit
milieumodulierenden und immunstimulierenden Mitteln entsprechend den individuell
vorliegenden Befunden im Sinne von Scholes Modell der Stoffwechselregulation und
einer Restituierung der physiologischen Funktionen des interstitiellen Raumes
ist eine Basistherapie (71), die als Akutmaßnahme oft unverzichtbar ist: „Die
klinische Erfahrung zeigt, dass die Ansprechbarkeit für Informationstherapien
durch mesenchymale Vorbehandlungen (Milieutherapie / orthomolekulare Therapie /
Säure-Basen-Ausgleich / Isopathie) beträchtlich verbessert wird. (...) Ein
völlig neuer Aspekt, welcher bei der homöopathischen Therapie immer
vernachlässigt wird, ist die Beeinflussung der Wesensart, Denkart und der
Stoffwechselreaktionen eines Menschen durch Ernährungsumstellung, Entgiftung und
orthomolekulare Therapie. (...) Die wirkliche Konstitution und Wesensart des
Patienten [zeigt sich] erst nach länger dauernder Milieutherapie" (72).
Energetische Therapie: Therapie im Element Milz
Gaus beschreibt vor allem Möglichkeiten der Akupunktur, bei implantatversorgten
Patienten im Sinne einer Nachsorge und Prophylaxe von Komplikationen tätig zu
werden . Ergänzend nennt er Möglichkeiten, mittels im Medikamententest
gefundener orthomolekularer Substanzen oder Blütenessenzen im individuellen Fall
behandelnd tätig zu werden. ( 73 ). Neugebauer bestätigt, dass bei
postoperativen Beschwerden nach Implantation von ihm ergänzend Akupunktur als
probates Mittel auch ohne vorliegende schulmedizinische Begründung empfohlen
wird (74). Der therapeutische Effekt kommt vermutlich durch eine Stabilisierung
des Energiestoffwechsels zustande, der speziell im Milz-Element der TCM
verwurzelt ist. Alle energetischen Behandlungsverfahren dürften deswegen einen
positiven Effekt haben, dessen kurz- und langfristiger Wirkungsgrad jedoch
individuell unterschiedlich sein kann – meist abhängig davon sein wird, in
welchem Maße energetische Defizite vorhanden sind.
Auch das in Teil 1 geschilderte Patientenbeispiel Nr. 1 belegt die Effektivität
von Maßnahmen, die den Energiestoffwechsel mittels ableitender Maßnahmen
entlasten. Eberhard Ulmer hat einen Erfahrungsbericht publiziert, der dies
unterstreicht. ( 75 )
„Metallfreie Versorgung" -Therapie im Element Niere
Es gibt viele Erfahrungsberichte, dass die Entfernung z. B. von metallenen
Füllungen, Kronen und Zahnprothesen jahrelang bestehende gesundheitliche
Beeinträchtigungen bei Patienten beseitigt hat , ohne dass zusätzliche Maßnahmen
angewendet wurden. Das Prinzip „Vermeidung" ist brauchbar als
Sanierungsleitlinie, allerdings oft mit einem erheblichen (Kosten-)Aufwand
verbunden, zur langfristigen Haltbarkeit metallfreier Versorgungen liegen keine
ausreichenden Untersuchungen vor. Das Risiko von Wiederholungsversorgungen ist
deutlich erhöht ( 76 ).
„emotionale Traumata aufdecken"- Therapie im Element Lunge
Rossaint zitiert Erfahrungen von Karl-Heinz Möhle (Hamburg), dass als Ursache
für die Unverträglichkeit von Metallen „blockierte psychische und emotionale
Muster bzw. >>traumatisierte Gemütszustände<< eine entscheidende Rolle spielen"
( 77 ). Weiterhin stellte Möhle fest, dass alle zunächst als „unverträglich
getesteten Metalle nach Aufdecken der emotionalen Traumata neutral" reagierten.
Dies hat zur Konsequenz, dass grundsätzlich davon ausgegangen werden muss, dass
in der Metallunverträglichkeit ein ungelöstes, emotional-psychisches Trauma oder
eine verdrängte Erfahrung somatisch zum Ausdruck kommt. Durch Ansprechen und
Bewußtmachen dieser Prägungen (Engramme) mittels psychotherapeutischer Techniken
wie z.B. NLP oder Psychosynthese ist eine Bearbeitung dieser versteckten
Emotionen möglich. Möhle konnte in über 12-jähriger Beobachtungszeit keinen
Rückfall feststellen.
Rossaint verweist auf die physiologische Funktion der Metallunverträglichkeit:
Der Organismus legt die nichtverarbeitete Energie auf das internale Symbol
Metall, um seine Homöostase aufrechtzuerhalten, durch diesen Filterungsprozess
wird die schmerz-hafte Erfahrung „entschärft„, verbleibt aber im Organismus. Was
als Schutzmittel bei einer extrem belastenden Erstkontaktkonfrontation (Autopoiese
nach MATURANA) notwendig ist, kann bearbeitet und aufgelöst werden. Der Prozess,
dass eine Emotion (vorherrschend die Trauer) auf ein Material übertragen und
dieses symbolisch und ersatzweise bzw. im Sinne einer Projektion abgelehnt wird,
kann zurückgespult werden. Die Verträglichkeit aller Metalle wird von Rossaint
zugleich als Kennzeichen einer Befindlichkeit angesehen, in der der Patient zu
seiner eigentlichen Mitte (Ganzheit) gefunden hat. Nach Möhle und Rossaint
bedarf es der „inhaltlichen Neutralisierung" mittels des „Wiedererlebens alter
Traumata".
Theoretische Grundlagen
Für Köhler „ist jede Erkrankung mit tief greifenden Bewusstseinsprozessen
verknüpft. Nicht die Umwelt, nicht die Kanzerogene machen krank – sie
begünstigen allenfalls – sondern falsches Bewusstsein. Ein stressfördernder
Lebensstil, Fehlernährung und Bewegungsmangel sind eine Frage des Wollens.
Sinnfindung, positive Ausrichtung und Kreativität mobilisieren innere
Potentiale, die eine Erkrankung überflüssig machen" ( 78 ).
Letzlich ist die Aussage Groddecks damit fortgeführt, der die Forderung nach
kausaler Behandlung nur als „Geschwätz" betrachtete: „Eine Quantität Gift, Art
und Zahl der jeweiligen Krankheitserreger, darüber läßt sich ja allerhand
aussagen, aber das ist höchstens ein Teil der Sache, ein unwesentlicher Teil;
die causa, die Ursache ist der Mensch selber, ist, wie er sein Verhältnis zu den
äußeren Vorgängen gestaltet (...) Denn die Ursache einer Erkrankung kennen,
heißt: Gott gleich sein; es geht einfach nicht." ( 79 ).
Das von Braun-von Gladiß genannte Thema „erhöhte Sensibilität" reflektiert auch
Reimar Banis in anderem Zusammenhang und kommt zu thera-peutisch weitreichenden
Empfehl-ungen, die in letzter Konsequenz sowohl mit dem von Groddek als
erforderlich gehaltenen Umgestaltung des „Verhältnis zu den äußeren Vorgängen„
als auch mit dem von Braun-von Gladiß und Rossaint genannten Therapieziel
„Finden der Mitte" kongruent gehen.
Krankheit als Suche Wir drücken
unsere emotionalen Erfahrungen
in der Sprache körperlicher Erlebnisse,
d.h. symbolisch, aus. ( Erich Fromm) (80)
Grundsätzlich geht Banis davon aus,
dass Krankheit als Hinweis auf eine ins Stocken gekommene „Suche nach dem wahren
Selbst" gesehen werden könne: Unbewußte seelische Konflikte führen zu
psychoenergetischen Blockaden, die sich in den unterschiedlichsten körperlichen
Symptomen zeigen können. Nach Banis sind „ungefähr ein Drittel aller Menschen
durch Erdstrahlen krank, ein weiteres Drittel durch Krankheitsherde wie
schlechte Darmbakterien, Zahnherde und chronische Nebenhöhlenentzündungen, aber
rund 99 % aller Menschen durch seelische Konflikte!" (81).
Zur Kausalität der „vegetativen Dystonie"
Banis’ Erfahrung zufolge „ist die wahre Ursache" einer extremen
Überempfindlichkeit (Hypersensibilität) „oft in einer erheblichen vegetativen
Dystonie ( auch >somat-forme Störung< genannt) zu suchen. Dahinter verbergen
sich sehr häufig unbewußte seelische Probleme" (82). Diese Menschen leiden
„überwiegend an sich selbst, indem sie ein gestörtes Vegetativum und viel
seelische Konflikte haben. Das macht sie unglücklich, extrem überreizt und
zutiefst empfindlich. (...) Bei der Frage nach Ursache und Wirkung zeigt meine
Erfahrung, dass man im gestörten Nervensystem die primäre Ursache solcher
Störungen suchen muß (der Patient sieht das häufig ganz entgegengesetzt!).
Beruhigt man nämlich das Nervensystem und heilt die dahinter liegenden
seelischen Konflikte, können viele dieser Hypersensiblen auf einmal wieder viel
mehr aushalten. (...) Zu solchen Menschen mit Hypersensibilität rechne ich auch
manche Menschen mit einem überzogenen Leiden an chemischen Giften.
Tragischerweise haben sie oft eine starre Fixierung auf den ausschließlich
ökologischen Faktor, der geradezu dogmatische Züge trägt. Das innerseelisch
Gestörte und Böse wird zur bösen Chemie, die überall lauert und Hautausschläge
macht, Kopfweh hervorruft oder einen tagelang mit Erschöpfung ans Bett fesselt"
(83).
Praktische Priorität: Dringlichkeit und Wichtigkeit?
Auf o.g. Basis ist folgendes von Banis skizziertes Vorgehen ein probater
Diagnose- und Therapiefindungsweg:
„Alle mög-ichen Krankheitsursachen können deshalb nach ihrer Aktualität und
Wichtigkeit gestaffelt werden, wobei man die aktuelle Krankheit natürlich zuerst
behandelt, wenn das aus praktischen Gründen notwendig ist, bevor man sich den
tieferliegenden Ursachen zuwendet. (...) Sehr oft verwechseln medizinische Laien
dabei die Dringlichkeit, mit der bestimmte Krankheitsursachen behandelt werden
müssen, mit der Wichtigkeit dieser Ursache. Manches ist dringlich, aber relativ
unwichtig, einfach weil es den Betroffenen ganz akut krank macht. (...) Das
Erkennen und Behandeln der wahren Ursache einer Krankheit bekommt oft ein
verwirrendes und vielschichtiges Gesicht, je nachdem, auf welcher Ebene man sich
die Sache anschaut. (...) Die verblüffende Lösung des Rätsels besteht darin,
dass die Seele des Patienten den wahren Grund für seine Krankheit ahnt" (84).
Innovation: Energetische Therapie des Geist-Seele-Körper-Wesens Mensch
„Seelentherapie" gilt häufig als weltabgewandte und wenig praxisrelevante
Angelegenheit. Auf der anderen Seite zeigen Berichte von Überlebenden aus den
Konzentrationslagern der Nazis, dass seelische Stärke und Integrität , „sich
selbst nicht aufgeben" eine der zentralen Voraussetzungen war, um Tag für Tag zu
überleben. Die Bedingungen, wie solche seelische Stärke entstehen und konstant
bleiben konnte, sind wenig reflektiert, jedoch vielen autobiographischen
Berichten zu entnehmen. ( 85 ).
Im folgenden möchte ich den seit 1997 zunehmend verbreiteten Therapieansatz der
„Psychosomatischen Energetik" nach Dres. Reimar und Ulrike Banis (PSE) kurz
skizzieren als Verfahren, das aus meiner Sicht gerade bei
Materialunverträglichkeiten unabdingbar ist. Bei den mittels PSE
diagnostizierten Energieblockaden handelt es sich um übergeordnete vegetative
Therapiehindernissen (Ein Elektriker würde diagnostizieren: Es ist keine normale
Sicherung, sondern der FI-Schalter rausgeflogen). Durch PSE kann trotz
Multimorbidität eine Therapie mit relativ wenigen Mitteln betrieben werden. Denn
dabei bei werden mehrere Ebenen parallel therapeutisch beeinflusst: Essentiell
ist die Therapie, um einerseits die TCM-Bereiche Milz, Niere und Lunge als
Unter-Entitäten zu stabilisieren, gleichzeitig die zugeordneten Energiebereiche
Nahrungsenergie, Lebensenergie und Atemenergie, um in einer Anstrengung sowohl
die grobstoffliche als auch die feinstoffliche Ebene zu harmonisieren und die
Transformation der Energie an sich als zentralen Prozeß des Lebens
sicherzustellen. Durch die Beeinflussung der Energieebene als dominanter
Steuerungsebene der nachgeordneten humoralen und zellulären Ebene werden Soma
(Materie / Grobstofflichkeit / Willenskraft) und Psyche (Seele /
Feinstofflichkeit / Unterscheidungskraft) als Funktionseinheit energetisch
(Transport / Transformation / Verständnis) verzahnt mit der Folge eines
körperlichen Vitalisierungsschubes (der sich z.B. an einem verringertem
Schlafbedürfnis zeigt), einem klaren Denken ( man weiß besser, was man will) und
einer erhöhten emotionalen Stabilität (bei Konflikten wird für die eigene Sache
gekämpft, jedoch ohne Kontrollverlust durch schwer zu steuernde Emotionen wie
Ängste, der „innere Kern" bleibt stabil). Zugleich entsteht eine höhere
Sensibilität für eigene und auch fremde Bedürfnisse .
Unter den vielen Methoden, die zur „Therapie der Seele" existieren, dürfte die
PSE ein äußerst bemerkenswertes Potential haben, kranken Menschen zu der
geistig-seelischen Gesundheit zu verhelfen, die Erich Fromm als rettendes
Element und damit als Voraussetzung zur Verhinderung der Selbstvernichtung
einstufte. Ich wage zu behaupten, dass dies der entscheidende Punkt ist, der
Individuen und in der Folge auch größere soziale Systeme befähigen wird, das
eigene individuelle bzw. kollektive EGO hintanzustellen und aufeinander
zuzugehen. Diese Aussage treffe ich auf dem Hintergrund einer Sichtweise, die im
Sinne Rossaints „auf Bewusstmachung der zahnmedizinischen (und anderen) Symptome
als der körperlichen Ausdrucksformen der dahinter stehenden psychischen und
metaphysischen Lernaufgaben abzielt". Die therapeutische Erfahrung zeigt, dass
Bewusstmachung zwar eine notwendige, aber oft keine hinreichende Maßnahme ist,
um emotionale Konflikte zu bewältigen. Entscheidend ist die Löschung des
Konfliktinhaltes im Energiefeld, und dies scheint mit den von Dr. Banis
gefundenen Mitteln in einem erheblich besseren, dazu testmäßig nachvollziehbarem
Maß möglich zu sein als mit anderen Maßnahmen, deren Wert an dieser Stelle nicht
beurteilt werden soll. Die Hypothese, dass Bewußtseinsarbeit oft nur eine
aktuelle Symptomatik in den Untergrund verdrängt und diese in der nächste
Lebenskrise wieder aktiviert sich in gleicher oder anderer Form zeigt , hat sich
jedenfalls in sehr vielen Fällen bestätigt. Im Unterschied zu den herkömmlichen
gesprächs- , körper- oder verhaltensorientierten Therapiestrategien kombiniert
dieser Ansatz auf der Grundlage eines breiten theoretischen Hintergrunds (86)
eine systematische Diagnostik, die auf physikalischen Grundlagen (
Reba-Testgerät nach Banis und Jossner) in Verbindung mit erprobten energetischen
Testverfahren (Kinesiologie, Elektroakupunktur etc.) beruht mit einem effektiven
therapeutisches Instrumentarium (homöopathische Komplexmittel der Fa. Rubimed).
Vor allem die Benennbarkeit und Quantifizierbarkeit der
vegetativ-energetisch-emotionalen Störungen erweist sich im konkreten Fall immer
wieder als verblüffend effiziente Maßnahme, deren therapeutische Wirksamkeit von
Patienten in einer Art und Weise teilweise euphorisch bestätigt wird, die nicht
nur mir in über 20 Jahren Praxiserfahrung selten erlebbar war.
Nach Otto Schweninger ist der Mensch „das Produkt seiner Lebensverhältnisse im
weitesten Sinne des Wortes. Will man das Produkt ändern, so muss man die
Faktoren ändern, aus denen es hervorgeht" (87). Diese Faustregel bedeutet:
Entweder sind Lebensumstände oder der innere Mensch zu ändern, oder aber beides.
Das Behandlungsprinzip der chirurgischen und chemischen Behandlung nur auf der
materiellen Ebene erfährt zunehmend Grenzen. Viele bewährte „therapeutische
Waffen" sind stumpf geworden. Energetische Verfahren und die Aktivierung der
„inneren Selbst-Mithilfe" des Patienten zur Stimulation affektiver und nicht nur
intellektueller Erkenntnisprozesse, wie sie in der „Psychosomatischen Energetik"
genutzt werden, sind unverzichtbare, vordringlich anzuwendende Bausteine für
mehr gesundheitliche Autonomie des einzelnen Menschen und der menschlichen
Gemeinschaft auf dem Planeten Erde.
Autor:
Dr. Norbert Guggenbichler, Louisenstr. 19, 61348 Bad Homburg. (Zahnarzt,
Heilpraktiker, zertifizierter Energietherapeut). Alle
Rechte vorbehalten ! Kein Teil dieses Artikels darf in irgendeiner
Form (durch Fotografie, Mikrofilm oder ein anderes
Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Autors reproduziert oder
unter Verwendung elektronischer Systeme
verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.
Fußnoten:
(64) Braun-von Gladiß, Karl: Salutogenese- Lebensführung und Gesundheitskraft -
Die Lehre vom Gesundwerden und Gesundbleiben, Eigenverlag, Deutsch-Evern, 2003,
S. 34
(65) Calatin, Anne: Die Rotationsdiät - Diagnose und Hilfe bei
Nahrungsmittelallergien. W.Heyne Verlag, München 1987
(66) Rademacher, Peter-Georg und Bachmann, Andreas: Handbuch der
Vegatest-Methode, Schiltach 1996, S. 83
(67) Jentschura, Peter und Lohkämper, Josef: Gesundheit durch Entschlackung.
Peter Jentschura Verlag, Münster 1998, S. 28
(68) Volz, Ulrich: Klinischer Einsatz der Zirkonoxidimplantate,
Vortragsmitschrift vom 14.1.2006, unveröffentlicht
(69) Schole, Jürgen und Lutz, Wolfgang: Regulationskrankheiten, Niebüll 2005 ;
Köhler, Bodo: Grundlagen des Lebens, Niebüll 2001; Köhler, Bodo: Die
Stoffwechselregulation als Parameter für die Belastbarkeit beherdeter Patienten.
In: AZN 1/03, S. 17-18
(70) Banis, R.: Psychosomatische Energetik, Lehrbuch für Therapeuten, VAK,
Kirchzarten 2003
(71) Lechner, Johann: Störfelder im Trigeminusbereich und Systemerkrankungen,
Kapitel 9: Metallische Störfelder, Vlg. F. Ganzheitliche Medizin, Kötzting 1999,
S. 425- 468; Lammers, Hansjörg: Effiziente Entgiftung von zahnmedizinischen
Schwermetallen - geht das? In: co’med Fachmagazin 02/2005, S. 40-42 und ebd.
03/2005, S. 91-93; Ohlenschläger, Gerhard: Synopsis der Entgiftungsmechanismen
im menschlichen Organismus. In: co’med Fachmagazin 03/2003, S. 24-27.
(72) Rau, Thomas: Einige Gedanken zur Verbindung der biologischen Medizin mit
der Einzelmittel-Homöopathie. In: SANUM-Post 64/2003, S. 17f
(73) Gaus, Hardy: Der Traum von den dritten Zähnen – Das zahnärztliche Implantat
unter holistischer Betrachtung: co'med Fachmagazin12/2001, S. 66 ff.
(74) Neugebauer, Prof. Dr. Jörg , Univ.-Klinik Köln, persönliche Mitteilung vom
(75) Ulmer, Eberhard: Verbesserung der Materialverträglichkeit durch
Eliminierung der getesteten Streßfaktoren; In: GPW: 3.Jg. 2796, S. 22-26 sowie:
Faktor Psyche im Störfeldtest. Die Einbeziehung der Emotionalmittel nach Dr. R.
Banis in den Herd-Störfeld-Toxintest mit Lykotronik-AMA, Physio-Energetik bzw.
Kinesiologie; In: GPW 6.Jg. 4/2001, S. 20-24
(76) Aichhorn, Wilfried: Metallfreier Zahnersatz aus Vollkunststoff - eine
Alternative mit Zukunft? In: DZW Zahntechnik 6-7/2000, s. 22 -24
(77) Rossaint, Alexander: Medizinische Kinesiologie, VAK, Kirchzarten 2007, S.
327
(78) Köhler, Bodo: Heilung durch bioenergetische Informations-Übertragung –
Wunschtraum oder Wirklichkeit ? In: EHK 2004; 53:765-77
(79) Groddek, Georg:Verdrängen und Heilen, Aufsätze zur Psychoanalyse und zur
psychosomatischen Medizin, Kindler Verlag Regensburg 1974, S. 107
(80) Fromm, Erich: Märchen, Mythen, Träume - Eine Einführung in das Verständnis
einer vergessen-
en Sprache, Rowohlt Verlag, Reinbek 1981, S. 21
(81) Banis, Reimar: Durch Energieheilung zu neuem Leben - Atlas der
Psychosomatischen Energetik, Via Nova Verlag Petersberg 2004, S. 351 ff
(82) ebd, S. 71f
(83) ebd. S. 72
(84) wie FN 81
(85) vgl. besonders: , Frankl, Viktor E. : ... trotzdem Ja zum Leben sagen. -
Ein Psychologe erlebt das Konzentrations-lager, München 1977; Klüger, Ruth:
weiter leben – eine Jugend, München 1994; David, Janina: Ein Stück Himmel, ein
Stück Erde, ein Stück Fremde – Die Geschichte eines Lebens, Verlag München 1986;
Liana Millu: Der Rauch über Birkenau, Verlag Frankfurt/M. 1999; Schütte-Lihotzky,
Margarete: Erinnerungen aus dem Widerstand 1938-1945, Konkret-Verlag Hamburg
1985; Semprun, Jorge: Die große Reise, Verlag Hamburg 1981
(85) wie FN 81, , S.351 ff
(86) vgl. FN 70 und 81
(87) zit. nach: Groddek, Georg, a.a.O., S.95
veröffentlicht in: co'med Fachmagazin 04/2007