Orthodoxie, Orthografie und Orthorexie

Gesunde Ernährung – worauf kommt es an?

Wenn wir nach den Schlagzeilen in der Presse gehen,  gab und gibt es erbittert geführte Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich darüber was „richtig“ sein soll bei der Rechtschreibung („Wie wird das, was wir sagen, korrekt aufgeschrieben ?“). Dies gilt ebenso bei der Ernährung („Was darf ich essen, was muss ich essen, um gesund zu bleiben?“).  Der Verfall der deutschen Sprache und Kultur infolge der Rechtschreibreform wurde als apokalyptische Entwicklung prophezeit, andererseits erheitert das „Kanaken-Deutsch“ in unzähligen Comedy-Acts. Heftig wogt der medizinische Meinungskrieg darüber, welches Essen genau Menschen krank macht. Wie moderne Glaubenskriege befehden sich orthodoxe Befürworter von gegensätzlichen Richtungen wie Paleo-Diät und Veganismus, Low Carb und Fettreduktion. Bei der Rechtschreibung hat sich seit einigen Jahren ein Nebeneinander verschiedener Hausorthografie-Systeme etabliert. Kaum jemand nimmt noch Anstoß daran. Ist das vielleicht auch die Lösung in Ernährungsfragen? Weiterlesen

Menschen-Medizin, … denn der Mensch ist mehr als seine Laborbefunde

Sie denken sich vermutlich: Von Tiermedizin habe ich schon gehört, aber nicht von Menschenmedizin, was ist da gemeint?

Zwei Überlegungen: Wenn ein Mensch zum Arzt geht, wird er dort in der Regel weniger als Mensch  gesehen und behandelt, sondern als Patient, der ein Symptom oder eine Krankheit hat, die verschwinden  oder erträglicher werden soll. Der Arzt sieht nicht den Menschen, sondern das Symptom. Seine Therapie, sein Rezept ist am Symptom und an statistischen „Leitlinien“ orientiert, aber nicht unbedingt  am individuellen Menschen. Weiterlesen

Ihr Krankenhaus: Ausgerichtet auf Gewinn statt auf Ihre Gesundung

Dr. Bernd Hontschik macht darauf aufmerksam: Immer mehr Krankenhäuser und Kliniken werden privatisiert.

Für diesen Ausverkauf und die Verschleuderung zu symbolischen Preises von wesentlichen Teilen unseres Gesundheitswesens gibt es keinen aktuellen Anlass außer dem Gewinnstreben der bei Gesundheitskonzernen involvierten Investoren. Ein aktueller Verscherbelungskandidat ist das Krankenhaus Frankfurt-Höchst. Dr. Bernd  Hontschik sieht dort seit Ende 2012 „Stümperei“ am Werk.

Die Konsequenz für den ärztlichen Arbeitsalltag besteht darin, dass dieser nur noch auf das ökonomische Überleben des Krankenhauses ausgerichtet ist und nicht mehr auf die Versorgung von kranken Menschen.

Nicht rentable Klinikbereiche werden zurückgefahren oder ganz geschlossen. Jede einzelne Klinikabteilung muss schwarze Zahlen schreiben, sonst drohen Stellenstreichungen oder Stationsschließungen. Der Versorgungsauftrag bleibt auf der Strecke.

Wo bleibt der Widerstand? Wer stellt sich dem entgegen?

Warum gibt es keinen Aufstand der Patientinnen und Patienten, obwohl diese am meisten unter diesem Zerstörungsprozess zu leiden haben ?

Warum gibt es keinen Protest von Ärzten und Ärztinnen, die in einem solchen System alles verdrängen müssen, was sie je über Medizinethik gelernt haben?

Quelle: Frankfurter Rundschau ( 01. April 2016)

Fluchtursachen und Flüchtlinge

Gedanken von Ruediger Dahlke

„Wenn Flüchtlinge in solcher Zahl zu uns wollen, könnten wir das nach dem Gesetz der Polarität konstruktiv als Kompliment aufnehmen oder destruktiv als Bedrohung. (..) Die Deutschen werden immer weniger, älter und insgesamt reicher. Die Menschen in den Hunger- und Kriegsländern werden immer mehr, jünger und ärmer? Weiterlesen

Das Primat des „Primum nil nocere“

Auf den altgriechischen Arzt Hippokrates von der Insel Kos geht die Forderung zurück, dass Medizin nicht schaden dürfe.

Was ist schädlicher: Eine Belastungssituation nicht zu erkennen und untherapiert zu lassen oder eine Überbewertung der vorhandenen Symptomatik vorzunehmen mit der Folge einer Maximaltherapie, die operationsbedingt funktionelle Einbußen, Verlust von Körpergewebe und einer Verschlechterung physiologischer Funktionen nach sich zieht? Weiterlesen

Panoramalinse statt Gesichtsfeldeinengung: Systemische Anamnese

Warum ist eine  systemische Anamnese besser als die Orientierung am Krankheitssymptom?

Arnold A. und Clifford N. Lazarus stellen fest:

„Jeder Mensch ist so einzigartig und komplex, daß der Therapeut seine Vorgehensweise auf eine breite Grundlage stellen, auf den einzelnen zuschneiden und biologische (körperliche Erkrankungen und Stoffwechselstörungen), psychische (Gedanken, Stimmungen und Handlungen) und soziale Faktoren (zwischenmenschliche und andere Gegebenheiten des gesellschaftlichen Umfelds) sowie Umwelteinflüsse zumindest in Betracht ziehen muss. (…) Weiterlesen

Gestern wie heute: Erwartungen, Selbst- und Fremdbeeinflussungen bei Kranken

Galen von Pergamos (129 – 200 n. Chr.):

„Von den jetzt lebenden Menschen [ist] sozusagen kein einziger an der Wahrheit interessiert, sondern [jagt] in solchem Ausmaß dem Geld, politischen Machtpositionen und dem unersättlichen Genuß von Vergnügungen nach, dass man, falls es jemanden geben sollte, der auch irgendeine Wissenschaft betreibt, ihn für wahnsinnig hält. (…)

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Todesursache: Medikament

Die Frankfurter Rundschau berichtete im Juni 1999 über eine Studie von Prof. Jürgen Fröhlich. Ich nahm dazu in einem Leserbrief vom 17.6.1999 Stellung:

Die Studie, auf die sich der klinische Pharmakologe Jürgen Fröhlich von der Medizinischen Hochschule Hannover bezieht, kenne ich leider nicht. Zutreffend ist, dass das Problem der Nebenwirkungen von allopathischen Medikamnenten bislang unterschätzt wird.

Anzuzweifeln ist hingegen, ob der wichtigste von mehreren Gründen „Verordnungsfehler der behandelnden Ärzte“ ist.
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