Karies - eine Infektionskrankheit ?
Es hat mich sehr erstaunt, in dem Artikel
des Kollegen Spoden in der Sanum-Post Nr. 66, Jahrgang 2004, S. 13-16 die These zu lesen, dass Karies und
Parodontitis durch Keime „verursacht" und eine „Infektionskrankheit" seien.
Auch das Statement, im Rahmen der Parodontitis-Behandlung stehe „die
systematische Antibiose (mit oder ohne Keimbestimmung) an erster Stelle"
verwundert mich sehr. Kollege Spoden empfiehlt den Einsatz der Lasertherapie, um
99,9% Keimfreiheit in den erkrankten Zahnfleischtaschen zu erreichen, damit sich
dann wieder „ein ökologisches Milieu ausbilden kann". Was das jedoch ist, wäre
das eigentlich wichtige Thema und bleibt außen vor!
Mittlerweile sehen sogar einzelne schulmedizinische Kollegen, dass die
„Standortflora" eine positive stabilisierende Schutzfunktion" hat ( Dr. Lutz
Netuschil: Biofilm als Organisationsform der Plaque, in: Prophylaxe Dialog Nr.
2/04, S. 7-8 Hg: GABA GmbH) . Wenn Spoden als angeblich pathogen „500 Keimarten
bei der Parodontitis" anführt, gibt er überholte schulmedizinische Sichtweisen
wieder, die in der Sanum-Post in dieser Form fehlplatziert sind. Netuschil
verweist darauf, dass „von den etwa 1000 bakteriellen Spezies, die sich
schätzungsweise im Oralraum befinden, (...) gerade einmal zwei Spezies (0,2
Prozent, nämlich Streptococcus mutans und Streptocccus sobrinus) Karies
auslösend und ca. 20 Spezies (= 2 Prozent, nämlich Actino actinomycetem-comitans,
gramnegative Stäbchen sowie Spirochäten) für parodontopathogene Prozesse
>>haftbar<< zu machen" seien (ebd.).
G.-C. Burger stellte fest: „Ich habe den Eindruck, dass die gegenwärtige Theorie
über Karies an der Sache vorbeigeht. Es wird allgemein angenommen, dass die
Bakterien der Zahnplaque sich von den Resten der letzten Mahlzeit ernähren, die
am Zahnschmelz haften, insbesondere Zucker, und so dazu kommen, den Zahn selbst
anzugreifen. Das Dumme ist nur, dass diese Bakterien eine besondere Flora
bilden, die einige Stunden nach dem Zähneputzen schon vollkommen
wiederhergestellt ist. Sie können Ihre Zähne abends noch so gründlich und mit
der besten Zahncreme geputzt haben, am nächsten Morgen ist diese Schicht wieder
da, obwohl Sie nachts nichts gegessen haben, und das genau mit derselben
Verteilung der verschiedenen Bakterienarten (...). Wenn ein biologisches
Phänomen dermassen stabil ist, darf man meistens voraussetzen, dass es auch
einen bestimmten Sinn hat.
Als man die Bakterien der Darmflora entdeckte, hat man auch zuerst gedacht, sie
wären unnützlich und und der Speicher aller möglicher pathogener Bakterien.
Damals hat man versucht, Tiere ohne Darmflora zu züchten, weil man glaubte, sie
würden gesünder sein. Bis klar wurde, dass diese Bakterien eine Art Anpassung
des Organismus sind, indem sie ermöglichen, zahlreiche Moleküle zu verdauen, die
sonst nicht verwertet werden könnten. Die Bakterien verfügen tatsächlich über
Enzyme, die wir nicht besitzen,so dass sie eine Art Ergänzung unseres
Verdauungsprogramms darstellen. (...) Welche Moleküle sollten dann also
sinnvollerweise in der Mundhöhle abgebaut werden? Sicher bestimmte Moleküle der
Nahrung, die Zähne beeinträchtigen können.... Das ist eben die Hypothese, die
mir am logischsten aussieht. Diese Bakterien hätten den Auftrag, die
verschiedenen Sauer- oder Zuckermoleküle zu beseitigen, die den Zahnschmelz
angreifen könnten. So hätte der Organismus da eine Art
ursprüngliches Zähneputzen erfunden." ( Buch: G.-C.Burger: Die Rohkosttherapie)
Drastisch formulierte Helmut Schöhl seine Kritik: „Das Törichste, was ich je
gelesen habe, ist die Theorie, daß die Ursache der Karies die Übertragung der
,,Kariesbakterien'' von der Mutter auf das Kind wären. Das ist das
lnfektionsdenken, auf die Spitze getrieben. Die Bakterienflora ist abhängig vom
Wirt und seiner Widerstandskraft und ändert sich (!) mit dem Stoffwechsel.
Das heißt: Mit der Krankheit zeigt sich eine spezifische Bakterienflora.
Inwiefern diese Bakterienflora die Ursache der Krankheit ist, ist noch zu
beweisen. (Buch: Gebißkrankheiten und Gesundheit, Seite 256). H. Schöhl weist
auch auf folgendes hin: „Da Plaques eine Folge der Kochkost sind, müsste die
Krankheit bei uns seit 400000 Jahren verbreitet sein. Zahnstein
und Konkremente sind nicht Ursache der Taschenbildung, sondern Folgen der
Taschen. Zahnstein und Plaque sind die Folge der vor 400000 Jahren
eingeführten Kochkost, der Krankheitsanstieg erfolgte aber innerhalb der letzten
50 bis 100 Jahre."
Spoden verweist auf die Notwendigkeit der isopathischen Medikamente Citrokehl, Sanuvis und Alkala, ohne
einen Zusammenhang zu den Wirtsfaktoren der als pathogen bezeichneten Keime
hinzuweisen.
Jentschura/ Lohkämper konstatierten: „Messen wir unsren Morgenspeichel, so kommen
wir auf erschreckende Werte. Nehmen wir ein Beispiel, gemessen beim
morgendlichen Ölziehen: Nach 10 Minuten Ölziehen hat die Emulsion aus einem
Esslöffel Sonnenblumenöl und dem Morgenspeichel einen pH-Wert von 6,5, also
eindeutig sauer. Nach dem Ausspeien der Emulsion wird mit Wasser nachgespült.
Die Spüllösung aus Speichel und Leitungswasser hat einen noch saureren pH-Wert
von 6,0! Das Leitungswasser selbst hat einen gemessenen pH-Wert von 7, ist also
exakt neutral.
Somit haben wir einen weiteren Beweis, dass es sich bei der sog. PLAQUE
keineswegs um Zahnbeläge handelt, die aus Rückständen von Süsswaren,
Genussmittelkonsum, Cola-Getränken,o.ä. herrühren, sondern es handelt sich dabei
um saure Ausscheidungen, die nachts aus den Zahnfleischtaschen quellen und die
Zähne von unten her überziehen. (...)
Hilfreich sind ausschliesslich die Umstellung auf eine mineralstoffüberschüssige
Kost mit möglichst hohen Anteilen von Gemüse und Kräutertees und gleichfalls
natürlich die konsequente Lösung bereits vorhandener Schlacken und deren
Ausleitung. Nur so bekommen wir wieder basischen Speichel mit pH-Werten zwischen
7 und 7,3. Der optimale pH-Wert lautet pH 8 !"