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Endodontie:   Warum ist die Depotphorese® mit Cupral®  medizinisch notwendig?

ALLE Zähne - beherdete, wie vitalexstirpierte, auch solche mit mechanisch nicht voll aufbereitbaren Hauptkanälen, sogar  überkronte, meist auch vorbehandelte Zähne - können mittels des Depotphorese®-Verfahrens mit Cupral® sogar  bei ungünstigen Ausgangsbedingungen therapiert und in physiologischer Funktion erhalten werden. (Hinweis: Ob die immunologischen Voraussetzungen hierfür günstig sind, ist gegebenenfalls zu prüfen.)

Ein Beispiel:

Erstbehandlung des Zahnes 14 erfolgte 1999. Im Jahr 2004 zeigte sich eine sichellförmige dunkle Zone an der Wurzelspitze, ein Defekt im Knochen, der trotz wiederholter konventioneller Wurzelbehandlung bis ins Jahr 2007 blieb.  

  

Danach wechselte die Patientin den Behandler und erschien in meiner Praxis.

Am 7.2. 2007 erfolgte die Wurzelfüllung des Zahnes 14.

Am 9.5.2007 die erste Röntgennachkontrolle, die schon einen leichten Rückgang der apikalen Transluzenz zeigte.
Dieser Trend setzte sich fort, wie die Aufnahme vom 12.2.2008 zeigt.

Am 21. 8. 2008 ist nur noch eine minimale Verdickung des Faserspalts an der Wurzelspitze erkennbar. Die Brücke, welche die ganze Zeit nur semipermanent befestigt gewesen war, wurde jetzt definitiv eingesetzt.

 

Grundsätzliches: Die Depotphorese mit Cupral wurde von o. Univ.-Prof. Dr. Dr. med. dent. h. c. KNAPPWOST, Universität Hamburg, früher Universität Tübingen, entwickelt, um die medizinisch nicht vertretbare unvollkommene konventionelle Wurzelbehandlung abzulösen. Das Verfahren beruht auf der extrem hohen, zeitlich unbegrenzt polyvalenten keimtötenden, nicht zur Resistenz führenden Wirkung von Komponenten des von Prof. Knappwost entwickelten Systems Cupral. Diese werden durch ein elektrisches Feld schnell in und durch alle Kanäle des apikalen Deltas bis in die vielen Foramina und Mikroforamina der Zahnwurzel getrieben. Die Grundlage des Verfahrens ist das Cupral. Das elektrische Feld dient nur dem Transport des Medikaments, hat selbst keine Wirkung im Gegensatz zur sog. lontophorese nach Bernard, bei dem der Strom den Wirkstoff erzeugt: Zu kurzzeitig und zu schwach wirkende Hydroxyl-lonen.

Mit dem Depotphorese-Verfahren gelingt es systematisch, unter verhältnismäßig moderatem Zeitaufwand bei allen Wurzeln, auch von den mechanisch nicht oder nur schwerzugänglichen der Molaren, nicht nur den Hauptkanal, sondern auch das gesamte apikale Delta von zersetzbarer organischer Substanz zu befreien, das ganze komplizierte Kanalsystem dauerhaft zu sterilisieren und bakterizid zu versorgen. Statt eines illusionären “dichten" Verschlusses “des Foramens" wird der physiologische Verschluss aller Foramina durch Ossifikation stimuliert. Auch große Herde pflegen voll auszuheilen.

Mit diesem Verfahren arbeiten inzwischen viele Zahnärzte, auch Hochschullehrer. Die Erfolgszahlen in der Praxis liegen nach einer Untersuchung der “Forschungsgruppe Zahnmedizin im Institut für Physikalische Chemie an der Universität Hamburg" bei 90 %. Eine deutsche Universitätsklinik erreichte sogar bei sonst nicht therapierbaren Zähnen ca. 89 % Erfolge. Ein sichtbarer Beleg für die schnelle Wirkung der Depotphorese ist das prompte Verschwinden von Fisteln nach 1 - 2 Sitzungen.

Das Verfahren breitet sich inzwischen auch im benachbarten Ausland, z. B. in Österreich, schnell aus. Die Zahnklinik der Medizinischen Akademie Omsk (Sibirien) fand sogar bei sonst nicht therapierbaren Zähnen Erfolgszahlen um 96 %.

Bei der Cupral-Depotphorese entfällt die für die Stabilität der Wurzel nicht ungefährliche, höchst problematische und umständliche mechanische Aufbereitung “des" Wurzelkanals, bei der die Ramifikation mit ihren zahlreichen Armen nur unvollkommen erfasst wird. Die mechanisch-instrumentelle Aufbereitung wird ersetzt durch die gleichzeitig sterilisierende elektrochemische Aufbereitung, die keinen Nebenkanal des Zahnmarksystems und auch keine Dentinkanälchen  auslässt. Die problematische Wurzelspitzenresektion erübrigt sich, und eine Via falsa wird vermieden. Die mechanische Stabilität der Wurzel bleibt für spätere Stiftaufbauten ungeschwächt.