Covid-19 zeigt: Gesundheit ist nicht käuflich!

Die Corona-Pandemie betrifft uns nicht nur alle. Sie macht auch die Konstruktionsfehler der kapitalistischen globalisierten Wirtschaft noch sicht­bar­er als sonst:

Die Märkte, die angeblich alles zum Guten regeln, ver­sagen. Der Staat investiert auf einmal viel Geld, um Konzerne zu unterstützen, die in der Regel wenig Steuern gezahlt haben.

Die exportorientierte, an Wachstum und Gewinn gebundene Wirtschafts- und Handelspolitik ist am zusammenzubrechen. Der in den letzten Jahren fortgeführte profitorientierte Umbau des Gesundheitssystems zeigt jetzt seine Schattenseiten: Die Voraussetzungen für die Behandlung schwerere Krankheitsfälle in höherer Anzahl sind nicht vorhanden.

Wer sich vergegenwärtigt, dass allein 45,2 Milliarden € (das sind 9,33 % des Bundeshaushalts 2019) für militärische Ausgaben eingesetzt und nur 14, 5 Milliarden über die Gesetzliche Krankenversicherung ausgegeben wurden, muss feststellen: Die Gesundheit der Bundesbürger hat trotz gegenteiliger Behauptungen keineswegs oberste Priorität.

Ungeachtet von Corona plant die Bundesregierung, im Rahmen des Konzeptes „Future Combat Air System – FCAS“ 138 neue Kampfflugzeuge anzuschaffen, um unabhängig von und potentiell auch gegen die USA Krieg führen zu können.

“Wie die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) und die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) feststellen, würde allein der geschätzte Kaufpreis der F-18 Atombomber (7,47 Milliarden Euro) ausreichen, um 100.000 Intensivbetten und 30.000 Beatmungsgeräte zu kaufen und zusätzlich 60.000 Pflegekräfte und 25.000 Mediziner ein ganzes Jahr lang zu entlohnen.

Allein die Anschaffungskosten dieser Kriegswaffen würden demnach genügen, um die Arbeit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für viereinhalb Jahre zu finanzieren. Mit der Summe von 500 Milliarden, die für das FCAS veranschlagt werden, könnte man den gesamten deutschen Gesundheitshaushalt (15,3 Milliarden) für 32 Jahre finanzieren!

Große Koalition plant Beschaffung von 138 Kampfjets und bereitet sich auf Atomkrieg vor

„Gesundheit ist keine Ware!“ war das Motto einer der ersten Kampagnen von Attac im Juni 2002; wie aktuell sie noch ist, wird zur Zeit offensichtlich. Wir brauchen ein Gesund­heits­sys­tem, das sich am Gemeinwohl orientiert – unterstützen Sie deshalb das Attac-Engagement dafür unter www.attac.de/gesundheit-ist-keine-ware!

Im Finanzierungssystem über Fallpauschalen gibt es keine Anreize, Be­hand­lungs­kapa­zitä­ten vorzuhalten, um unvorhersehbaren Krisensituationen gerecht werden zu können, denn bezahlt werden nur erbrachte Leistungen, nicht aber eventuelle Kata­stro­phen wie Pandemien. Nicht mehr die Bedürfnisse der Patient*innen stehen im Mittelpunkt des Behandlungsprozesses, sondern der betriebswirtschaftliche Gewinn, der mit jeder ein­zel­nen Erkrankung erzielt werden kann; durch die Einsparungen zur Profitmaximierung fehlen heute unter anderem rund 50.000 Pfleger*innen.
Dabei haben Krankenhäuser im Rahmen der Daseinsvorsorge neben der alltäglichen stationären Krankenversorgung genau diese Aufgabe: Sie sind die entscheidenden Einrichtungen unseres Gesundheitswesens, die Betroffenen im Kata­stroph­en­fall helfen sollen – auch das ist ein Zeichen der Solidarität, dass wir als Gesellschaft in solchen Ausnahmesituationen Verantwortung übernehmen für die Leidtragenden. Mit Kran­ken­häus­ern als gewinnorientierten Wirtschaftsunternehmen ist diese Solidarität nicht einlösbar. Deshalb engagieren wir uns für die Abschaffung der Fall­pausch­alen und für ein Gesundheitssystem für Menschen, nicht für Profite!

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