Menschen-Medizin, … denn der Mensch ist mehr als seine Laborbefunde

Sie denken sich vermutlich: Von Tiermedizin habe ich schon gehört, aber nicht von Menschenmedizin, was ist da gemeint?

Zwei Überlegungen: Wenn ein Mensch zum Arzt geht, wird er dort in der Regel weniger als Mensch  gesehen und behandelt, sondern als Patient, der ein Symptom oder eine Krankheit hat, die verschwinden  oder erträglicher werden soll. Der Arzt sieht nicht den Menschen, sondern das Symptom. Seine Therapie, sein Rezept ist am Symptom und an statistischen „Leitlinien“ orientiert, aber nicht unbedingt  am individuellen Menschen. Weiterlesen

Ihr Krankenhaus: Ausgerichtet auf Gewinn statt auf Ihre Gesundung

Dr. Bernd Hontschik macht darauf aufmerksam: Immer mehr Krankenhäuser und Kliniken werden privatisiert.

Für diesen Ausverkauf und die Verschleuderung zu symbolischen Preises von wesentlichen Teilen unseres Gesundheitswesens gibt es keinen aktuellen Anlass außer dem Gewinnstreben der bei Gesundheitskonzernen involvierten Investoren. Ein aktueller Verscherbelungskandidat ist das Krankenhaus Frankfurt-Höchst. Dr. Bernd  Hontschik sieht dort seit Ende 2012 „Stümperei“ am Werk.

Die Konsequenz für den ärztlichen Arbeitsalltag besteht darin, dass dieser nur noch auf das ökonomische Überleben des Krankenhauses ausgerichtet ist und nicht mehr auf die Versorgung von kranken Menschen.

Nicht rentable Klinikbereiche werden zurückgefahren oder ganz geschlossen. Jede einzelne Klinikabteilung muss schwarze Zahlen schreiben, sonst drohen Stellenstreichungen oder Stationsschließungen. Der Versorgungsauftrag bleibt auf der Strecke.

Wo bleibt der Widerstand? Wer stellt sich dem entgegen?

Warum gibt es keinen Aufstand der Patientinnen und Patienten, obwohl diese am meisten unter diesem Zerstörungsprozess zu leiden haben ?

Warum gibt es keinen Protest von Ärzten und Ärztinnen, die in einem solchen System alles verdrängen müssen, was sie je über Medizinethik gelernt haben?

Quelle: Frankfurter Rundschau ( 01. April 2016)