Covid-19: Wissenschaftliche Standards außer Kraft gesetzt

Einzigartig, wie wegen  Corona wissenschaftliche Standards außer  Kraft  gesetzt sind:

Die Zahlen der  Erkrankten, der Todesfälle und  Genesenen werden aufaddiert.

Wann hat  es  das  je bei  einer  Grippe  oder  einer  anderen Krankheit  gegeben? Wie lange  soll dies  fortgesetzt  werden? Gibt  es sachliche Gründe  dazu?

Wenn das  der neue Standard der  Auseinandersetzung mit Krankheiten sein soll, dann müssten   künftig  auch  andere  Krankheiten wie  z. B. Malaria, Tuberkulose und Krebs in dieser  Weise  erfasst werden. Man könnte dann Relationen bilden  zu den  Kosten der  medizinischen Betreuung  und  für das, was national und international  an Forschungsaufwendungen ausgegeben wurde. Kosten- Nutzen-Relationen zu erstellen ist etwas, was  jeder Haushalt und jeder Betrieb macht. Wann werden wir Bescheid  wissen  über  die  direkten und indirekten Kosten der ausgerufenen Pandemie? Wann werden wir  Bescheid wissen über   die  Zahlungsflüsse, die  national, auf EU-Ebene und  global  von Regierungen, Politikern und Parlamenten coronabedingt an welche Empfänger veranlasst  wurden?

Die  Frage  nach der  Kosten- Nutzen-Relation stellt  sich vor  allem dann, wenn die Fakten belegen:

Das Virus war nicht  neu.

Die Annahme einer fehlenden Immunität  war ebenso falsch war wie die Behauptung,  symptomlose Virusträger  könnten ansteckend sein.

Diese Position vertritt Prof. Dr. Beda M. Stadler, emeritierter Professor für Immunologie und ehemaliger Direktor des Instituts für Immunologie an der Universität Bern. https://www.new-swiss-journal.com/post/schweizer-professor-erkl%C3%A4rt-warum-bei-corona-alle-falsch-lagen-und-immer-noch-falsch-liegen

Unwissenschaftlich ist, den PCR-Test zum Maßstab einer Infektion zu machen und  den positiven Test gleichzusetzen mit einem Erkrankungsfall. Denn dabei wird nicht immer  ein Virus  entdeckt, sondern schon kleine Stücke  des  viralen Genoms lösen ein positives Testergebnis  aus:

„Auch wenn längst keine infektiösen Viren mehr vorhanden sind, kann ein Corona-Test also noch positiv ausfallen, weil durch die PCR-Methode selbst ein kleines Stück des viralen Genmaterials im Test genügend vervielfältigt wird.“ … „Der Test kann aber nicht feststellen, ob die Viren noch intakt, also noch ansteckend sind.“

Unwissenschaftlich ist, zu verschweigen, dass es  eine Grundimmunität  in der  Bevölkerung  gibt, weil nicht positiv getestete Patienten zu 80 %  eine T-Zellen –Immunität  aufweisen und  das  Blut von gesunden Menschen nach Covid-Infektion wegen der  Antikörper  z. B. bei Kindern erfolgreich eingesetzt  wird, die  einen Zytokin-Sturm erleiden.

https://assets.researchsquare.com/files/rs-35331/v1/f5e6a012-ba42-4d28-9d8b-990919e350ea.pdf

Prof Stadler meint: „Es [würde] uns Bürgern jetzt guttun, wenn sich einige Panikmacher entschuldigen würden.

–         Etwa Ärzte, die eine Triage der über 80-jährigen Covid-19-Patienten forderten, damit diese nicht mehr beatmet werden.

–         Auch Medien, die mehrmals Panik-Videos aus italienischen Spitälern gezeigt haben, um damit etwas zu illustrieren, das so nie existiert hat.

–         Alle Politiker, die TESTEN, TESTEN, TESTEN forderten, ohne überhaupt zu wissen, was der Test misst.

–         Oder der Bund für eine App, die nie funktionieren wird und mich auch dann warnen wird, wenn jemand in meiner Nähe positiv, aber nicht ansteckend ist.” ( Quelle: s. o.)

 

Wasserstoffperoxid: Kann eine einfache Therapie die Pandemie stoppen?

ZUR SOFORTIGEN Veröffentlichung hat der Nachrichtendienst Orthomolekulare Medizin am 21. August 2020 den nachstehenden Text von Thomas E. Levy, MD, JD ins Netz gestellt. Mit Hilfe von DeepL habe ich eine Rohübersetzung erstellt.

(OMNS 21. August 2020)

In einem früheren OMNS-Artikel wurde eine Reihe hochwirksamer Therapien für COVID-19 aufgezählt und kurz diskutiert, zusammen mit unterstützenden wissenschaftlichen Referenzen für die präsentierten Fakten. [1] Viele dieser Therapien, allein oder in Kombination mit anderen Ansätzen, haben durchweg zur Heilung von Fällen von COVID-19 beigetragen, darunter viele Fälle, die sehr weit fortgeschritten und sogar beatmungsgeräteabhängig waren. Doch trotz all dieser Informationen ignorieren die meisten Ärzte, Forscher und die medizinische Literatur, die sie im Überfluss hervorbringen, diese Informationen weiterhin. Und es ist jetzt klar, dass einige medizinische Zentren und die Ärzte, die sie vertreten, die Verbreitung dieser Informationen aktiv unterdrücken werden. Gewissenhafte Ärzte, die sich gegenteilig äußern, müssen damit rechnen, dass sie ihre Anstellung im Krankenhaus verlieren, und viele von ihnen sehen sich auch mit der Anfechtung ihrer Lizenzen durch staatliche Ärztekammern konfrontiert. Unabhängig davon, wie Sie oder Ihr Arzt zur Gültigkeit einer Therapie stehen, hängt die primäre Tatsache, die darüber entscheidet, ob eine Therapie angenommen wird, fast ausschließlich davon ab, wie viel Geld für den Arzt, das Krankenhaus und das Pharmaunternehmen erwirtschaftet werden kann.

Zusätzlich zu den offensichtlichen Unterschieden zwischen dem für natürliche Therapien erwirtschafteten Geld und dem für verschreibungspflichtige Medikamente gibt es Ärzte, die ständig danach schreien, dass alle klinischen Therapien mit “großen, prospektiven, doppelblinden und plazebokontrollierten klinischen Studien” validiert werden müssen. Um die Wahrheit zu sagen: Nur sehr wenige verschreibungspflichtige Medikamente erfüllen diesen Standard. Es ist wichtig zu wissen, dass solche Studien nur von Arzneimittelherstellern oder gut ausgestatteten Forschungsinstituten durchgeführt werden können, die in der Lage sind, enorme Summen (oft in Millionenhöhe) auszugeben. Und weder das Forschungsinstitut noch die Arzneimittelfirma hat auch nur das geringste Interesse an der Feststellung, dass teure Medikamente durch eines der vielen wirksamen Naturheilmittel unterboten werden können. Schließlich sollte man sich darüber im Klaren sein, dass es höchst unethisch ist, sehr kranke Patienten in Studien mit einer Placebogruppe aufzunehmen, wenn bereits eindeutig nachgewiesen wurde, dass die Therapie eine positive klinische Wirkung ohne signifikante Toxizität hat. Diese großen klinischen Studien sind wirklich nur geeignet, um festzustellen, wie wirksam ein Medikament die Krankheitssymptome lindert, und um die Inzidenz und den Grad der Toxizität zu bestimmen, die es erzeugen kann.

Die Pandemie stoppen: Inhalationsmedizin

Die einzige Möglichkeit, die COVID-19-Pandemie zu stoppen und solche zukünftigen Katastrophen zu verhindern oder zu bewältigen, ist die Anwendung einer Therapie, die hochwirksam, völlig ungiftig, leicht verfügbar und kostengünstig ist. Das Fehlen eines dieser vier Aspekte einer potenziellen Therapie kann die schnelle und problemlose Lösung einer Pandemie erschweren.

Die Inhalationsmedizin ist ein wachsender Zweig der Medizin, der durch die Inhalation von Therapeutika in die Lunge eine Vielzahl neuer Ansätze zur Krankheitsbekämpfung bietet. Obwohl es die Anwendung von Wirkstoffen durch Inhalation schon seit der Antike gibt, wird diese Form der Medikamentenapplikation durch die aktuelle und weithin verfügbare Technologie kostengünstiger und hocheffizienter Verneblungsgeräte rasch erweitert.

Die Zerstäubung ist ein gut etabliertes Verfahren, das zur Verabreichung einer Vielzahl von therapeutischen Wirkstoffen in die Lunge eingesetzt wird, um Infektionen zu bekämpfen und/oder die Lungenfunktion bei verschiedenen Erkrankungen zu verbessern. [2-4]

Patienten mit chronischer Lungenerkrankung und Asthma werden regelmäßig mit diesem Verfahren behandelt. Die Therapeutika werden in einem gelösten Stoff (oft Wasser oder Kochsalzlösung) gelöst und in einen feinen Nebel von so winziger Teilchengrösse umgewandelt, dass er tief in die Lunge eindringen kann. Gleichzeitig gelangt ein solcher vernebelter Wirkstoff auch in die Nasennebenhöhlen, zusammen mit allen Schleimhautoberflächen im Nasen- und Oropharynx. Die Vernebleungs-therapie wird effektiv zur Prävention von Lungenentzündungen bei Patienten eingesetzt, die mit mechanischer Beatmung unterstützt werden. [5] Sie wird zunehmend auch als zusätzliche Option für die Verabreichung verschiedener Medikamente bei Patienten mit mechanischer Beatmung eingesetzt. [6]

COVID-19-Infektionen werden, ebenso wie Erkältungen, Grippe und andere Virusinfektionen der Atemwege, idealerweise durch Vernebler bekämpft, die Viren inaktivieren und Zellen abtöten, die bereits einen hohen Virengehalt aufweisen. Während eine frühzeitige Intervention mit einem entsprechend verschriebenen und vernebelten erregerabtötenden Mittel als wirksame Monotherapie dienen kann, ist es am besten, alle Anwendungen der Inhalationsmedizin als natürliche Ergänzung zu anderen indizierten medizinischen Therapien sowohl für Atemwegserkrankungen als auch für verschiedene chronische Krankheiten zu betrachten. Während Infektionen der Atemwege am besten durch Verneblung zu behandeln sind, können viele andere Erkrankungen der Lunge und des übrigen Körpers durch die Vernebelung geeigneter Mittel positiv beeinflusst werden.

Es ist wichtig zu beachten, dass in diesem Artikel lediglich versucht wird, eine Therapie zu beschreiben, die hochwirksam, potenziell für jeden Menschen auf der Welt zugänglich, aussergewöhnlich preiswert und ohne Rezept leicht erhältlich ist. Ich versuche nicht, den Leser davon zu überzeugen, nur HP zu vernebeln und nichts anderes zu tun. Es ist sowohl für Ihre allgemeine Gesundheit als auch für die Überwindung von COVID-19 lebenswichtig, alle verfügbaren und für Sie erschwinglichen Qualitätspräparate einzunehmen, einschließlich, aber definitiv nicht beschränkt auf  Vitamin C, Magnesium, Vitamin D, Vitamin K2, Jod, Zink und Quercetin. [1] Abgesehen davon kann jedoch davon ausgegangen werden, dass eine sofortige HP-Verneblung die Erreger der Atemwege und des Rachens zuverlässig beseitigt und die rasche Genesung nach jeder Infektion, die durch Nase oder Mund in den Körper gelangt, erleichtert, einschliesslich COVID-19.

Wasserstoffperoxid (HP) Biochemie und Physiologie

Viele Menschen, einschließlich Ärzte, betrachten HP einfach als ein wirksames Desinfektionsmittel, das in der Lage ist, Oberflächen von kontaminierenden Krankheitserregern zu befreien. Sie erkennen seine Fähigkeit an, auch offene Wunden leicht zu reinigen und zu desinfizieren. Tatsächlich ist dokumentiert, dass HP alle Krankheitserreger, gegen die es getestet wurde, einschließlich Viren, Bakterien und Pilze, leicht abtötet. Einige Krankheitserreger benötigen eine höhere Konzentration und eine längere Einwirkzeit von HP, um abgetötet zu werden, aber es ist dokumentiert, dass sie alle erliegen. [7-10]

Wie alle anderen Stoffe, die Oxidation verursachen können, ist HP in ausreichend hohen Konzentrationen toxisch. In den niedrigen Konzentrationen, die in diesem Artikel diskutiert werden, ist es jedoch völlig ungiftig. Selbst die besten Medikamente können schaden und töten. Über 100.000 Amerikaner sterben jährlich aufgrund der Toxizität verschreibungspflichtiger Medikamente, die bei verschiedenen Erkrankungen richtig dosiert und verabreicht werden. Niemand stirbt an Wasserstoffperoxid, das in den festgelegten, therapeutischen Konzentrationen verabreicht wird.

HP ist ein winziges nichtionisches Molekül, das leicht die Membranen von Krankheitserregern und Zellen im Körper durchdringt. HP ist buchstäblich überall im Körper vorhanden, sowohl im Inneren der Zellen als auch in den extrazellulären Räumen. [11] Die normale Physiologie des Körpers beinhaltet die kontinuierliche Erzeugung von HP im gesamten Körper. Darüber hinaus sind HP-Moleküle eigentlich recht stabil und neigen nicht dazu, umgebende Moleküle zu oxidieren, außer wenn bestimmte lokale Bedingungen vorliegen, wie dies bei akuten und chronischen Infektionen der Fall ist. [12] Krankheitserreger haben einen hohen Gehalt an reaktivem (ungebundenem) Eisen in ihrem Inneren, und es ist ein Prozess der Elektronenspende von Eisen an HP innerhalb der mit dem Erreger gefüllten Zellen oder innerhalb der eindringenden Erreger selbst, der das als Hydroxyl-Radikal bekannte, höchst zerstörerische Oxidationsmittel bildet. Hydroxylradikale töten Krankheitserreger schnell ab und zerstören auch leicht Zellen, die bereits stark mit Krankheitserregern beladen sind.

Aufgrund dieser Fähigkeit des Wasserstoffperoxids, Hydroxylradikale in eisenhaltigen Krankheitserregern zu erzeugen, dient sie als primäre Methode, mit der der Körper eine natürliche Abwehr gegen Infektionen aufbaut. Im wahrsten Sinne des Wortes ist die HP das natürliche Antibiotikum des Körpers. Es hat sich gezeigt, dass die Bildung von HP bei stärkerem Auftreten von Infektionen und Entzündungen zunimmt. [13] Aktivierte Phagozyten, die auf einen Infektions- und Entzündungsherd reagieren, erzeugen auf natürliche Weise massive Mengen von HP in den extrazellulären Raum, um bei der Bekämpfung der Krankheitserreger zu helfen. [14,15] Sehr interessant ist, dass Phagozyten auch hohe Konzentrationen an Vitamin C aufweisen, das dazu beitragen kann, die Elektronen über das vorhandene freie Eisen zur Bildung von Hydroxylradikalen an die HP zu liefern. Es ist auch bekannt, dass Vitamin C dazu beiträgt, erhöhte Mengen an extrazellulärer HP für eine bessere Abtötung von Krankheitserregern zu erzeugen. [16.17]

Wie man von einem natürlichen Abwehrmechanismus erwarten könnte, sind die Nebenprodukte der HP, die aus ihrem normalen Stoffwechsel und aus ihrer antipathogenen Wirkung resultieren, völlig ungiftig, im auffälligen Gegensatz zu praktisch allen verschreibungspflichtigen Mitteln, die zur Behandlung von Infektionen eingesetzt werden. Wenn HP metabolisiert worden ist, bleiben nur Wasser und Sauerstoff übrig. Man kann sich HP tatsächlich als eine effektive Speicherform von Sauerstoff vorstellen, die auf die richtige Mikroumgebung wartet, in der sie freigesetzt werden kann. Das bedeutet, dass HP Krankheitserreger abtöten und gleichzeitig die Gesundheit der Mikroumgebung, in der die Erreger abgetötet wurden, verbessern kann.

In einem normalen, nicht infizierten Zustand scheiden Lungenepithel-zellen, die Zellen, die die Atemwege der Lunge auskleiden, auf natürliche Weise aus und exprimieren HP. Durch diesen Prozess wird die HP auf der exponierten Seite dieser Zellen fein umhüllt, wodurch die Lunge vor den neuen Krankheitserregern, die in jedem Atemzug enthalten sind, geschützt wird. Bemerkenswert ist, dass, wenn Entzündung und Infektion bereits vorhanden sind, erhöhte Mengen an HP im ausgeatmeten Atemzug gefunden werden. Dies steht im Einklang mit einem natürlichen Kompensationsmechanismus, der dazu beiträgt, die Infektion einzudämmen und ihre Ausbreitung zu verhindern [19]. Es ist auch dokumentiert, dass HP im menschlichen Urin vorhanden ist, wo sie auch ihre antipathogene Wirkung entfalten kann. [20] Die allgegenwärtige und essentielle Rolle der HP im Körper spiegelt sich auch in ihrer vitalen Rolle als Signalmolekül sowohl im intrazellulären als auch im extrazellulären Raum wider, das mehrere Stoffwechselprozesse direkt beeinflusst und moduliert. [21]

Zusätzlich zu seiner Präsenz im gesamten Körper, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Zellen, ist HP in Trinkwasser, Regenwasser und Meerwasser vorhanden. Es wird auch über die Nahrung aufgenommen. Das Verhältnis von HP zu Wasser und Sauerstoff im Allgemeinen spiegelt sich auch in der Tatsache wider, dass es spontan in Mikrotröpfchen von Wasser erzeugt werden kann, wobei winzigere Tröpfchen zu einem höheren Produktionsgrad führen. [22,23]

HP-Verneblung bei Atemwegsinfektionen, einschließlich COVID-19

Die Suche nach einer wirksamen, ungiftigen, verfügbaren und kostengünstigen Therapie gegen Atemwegsviren könnte mit HP enden. Insbesondere die HP-Verneblung wäre bei dieser Pandemie die HP-Anwendung der Wahl. Intravenöse HP-Infusionen in der richtigen Konzentration und bei richtiger Verabreichung sind ebenfalls sehr wirksam gegen Viren und andere Infektionen, aber diese Anwendung von HP wird nicht den Verfügbarkeits-anforderungen genügen, die zur Unterdrückung einer Pandemie erforderlich sind.

Wie nun aus der Rolle, die die HP bereits im Körper beim Schutz vor Infektionen spielt, ersichtlich sein sollte, ist die Vernebelung von HP in die Nasennebenhöhlen, die Nasenwege, den Rachen und die Lungen nur eine einfache und recht elegante Art und Weise, den natürlichen Ausdruck der HP im Körper zu verstärken, um Infektionen und Entzündungen zu bekämpfen.

Die individuelle Empfindlichkeit gegenüber inhaliertem HP kann sehr unterschiedlich sein, aber eine Konzentration von 3% oder weit darunter (sogar bis zu 0,1%) tötet Krankheitserreger zuverlässig dort ab, wo sie auf  HP treffen. Wenn die Krankheitserreger abgetötet sind, steigt die Empfindlichkeit gegenüber dem eingeatmeten HP und es wird dann weniger gut vertragen, da die Schleimhautauskleidungszellen durch das HP gereizt werden können, wenn es keine Krankheitserreger mehr hat, auf die es seine abtötende/oxidative Wirkung ausüben kann. Die einzigen “toxischen” Wirkungen des eingeatmeten HP bestehen in geringen Graden von Nasen- und Rachenreizungen, die nach Beendigung der Vernebelung rasch abklingen. [24]

Außerdem tötet HP zwar bekanntermaßen alle Krankheitserreger ab, ist aber besonders wirksam gegen Viren, die über die Atemwege übertragen werden, was bei allen Erkältungs- und Grippeviren, einschließlich Coronaviren, der Fall ist. Grosse Studien zur Untersuchung dieser klinischen Auswirkungen der HP-Verneblung stehen noch aus, aber es ist bereits klar, dass diese Therapie für viele Patienten wirksam, ausserordentlich sicher und mit unbedeutenden Kosten verbunden ist (weniger als zehn Cent HP pro Verneblung). Mit dieser Art der HP-Anwendung kann man alles gewinnen und nichts verlieren. Sie muss die traditionellen Therapien nicht verdrängen, da sie die positive Wirkung jeder anderen klinischen Intervention verstärken kann. Es gibt keine traditionellen Therapien, denen die HP-Verneblung in irgendeiner Weise entgegenwirken könnte.

Anwendung bei frischer Infektion und Behandlung des Coronavirus:

Reguläres, handelsübliches 3% HP kann verwendet werden. Auf Wunsch können Präparate von größerer pharmakologischer Reinheit bezogen werden (Lebensmittelqualität). Lebensmitteltaugliches Superoxyd  kommt typischerweise in Konzentrationen von mehr als 3% vor und muss entsprechend verdünnt werden. HP in einer Konzentration von mehr als 3% sollten niemals vernebelt werden.

Bei den meisten Erwachsenen kann die 3%ige Konzentration unverdünnt in der Verneblungskammer verwendet werden. Dies optimiert den Grad und die Schnelligkeit der antiviralen und anti-pathogenen Wirkung. Seien Sie jedoch nicht abgeneigt, die 3%ige Lösung zu verdünnen, wenn sie nicht leicht verträglich ist. Beachten Sie, dass die ersten paar Teilinhalationen möglicherweise nicht gut verträglich sind, aber diese ersten Inhalationen “umhüllen” die Schleimhäute effektiv mit dem HP-Nebel, und die nachfolgenden Inhalationen sind nicht nur gut verträglich, sondern entspannend. Setzen Sie jedoch niemals die Inhalation eines Mittels fort, das die Atmung erschwert.

Wenn bereits eine laufende Nase oder leichte Halsschmerzen vorhanden sind, empfiehlt es sich, mehrmals täglich oder bis zu einer symptomatischen Linderung 5- bis 15-minütige Verneblungssitzungen durchzuführen. Viele Personen berichten bereits wenige Stunden nach den ersten ein bis zwei Behandlungen von einer deutlichen Besserung. Es wäre jedoch ratsam, diese Behandlungen mehrmals täglich für mindestens 24 bis 48 Stunden fortzusetzen, nachdem Sie das Gefühl haben, dass in Ihren Nebenhöhlen, in der Nase und im Rachen alles völlig normal ist, um eine vollständige Lösung der Infektion zu gewährleisten.

Bei einigen führt die 3%ige Konzentration zu einem zu starken Stechen/Verbrennen in der Nase oder zu Halsschmerzen. Solche Personen sollen die Lösung mit Wasser verdünnen, bis sie ihre höchste komfortable Konzentration gefunden haben. Jeder kann eine ausreichend geringe Verdünnung der HP-Lösung mit Wasser tolerieren. Zusätzliches Wasser kann immer zugegeben werden, bis die Verneblung völlig angenehm ist. Niedrigere HP-Konzentrationen können mit eindeutig vorteilhafter Wirkung eingesetzt werden, aber es ist zu erwarten, dass eine positive klinische Reaktion mit den höheren Konzentrationen schneller eintritt.

Vorbeugung / Weiterbehandlung

Da es sich um eine völlig ungiftige Therapie handelt, kann die HP-Verneblung so oft wie gewünscht durchgeführt werden. Wenn sie täglich durchgeführt wird, wird oft auch eine sehr positive Wirkung auf die Darm- und Darmfunktion erzielt, da die Abtötung der chronischen Erregerkolonisation, die in den meisten Nasen und Rachen vorhanden ist, das Schlucken dieser Erreger und ihrer assoziierten Toxine rund um die Uhr stoppt. Wenn dies in Abwesenheit einer klinischen Infektion geschieht, sollten nur 1 bis 2 Minuten langsames, tiefes Atmen mit dem Vernebler als ausgezeichnete Präventivmassnahme dienen.

Wenn die tägliche Vorbeugung keine praktische Option ist, sollten Sie bereit sein, immer dann zu vernebeln, wenn Sie das Gefühl haben, einer signifikanten Erregerbelastung ausgesetzt gewesen zu sein, z.B. wenn Ihnen jemand ins Gesicht niest oder wenn Sie nach einem langen Flug endlich aus dem Flugzeug aussteigen. Warten Sie nicht auf die ersten Symptome. Vernebeln Sie einfach bei der ersten Gelegenheit. Vorbeugen ist immer einfacher als Heilen.

Von grosser praktischer Bedeutung ist auch die Erwartung, dass HP-Verneblungen einen positiven COVID-19-Test nach Abtötung des Virus in der Nase und der Nasophyrynx rasch auflösen, und die Quarantänezeiten können dann verkürzt werden, oft um viele Tage.

Literaturhinweise

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12. Halliwell B, Clement M, Long L (2000) Wasserstoffperoxid im menschlichen Körper. FEBS-Briefe 486:10-13. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/11108833

13. Caffarelli C, Calcinai E, Rinaldi L et al. (2012) Wasserstoffperoxid in ausgeatmetem Atemkondensat bei asthmatischen Kindern während der akuten Exazerbation und nach der Behandlung. Atmung 84:291-298. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23018317

14. Root R, Metcalf J, Oshino N, Chance B (1975) H2O2-Freisetzung aus menschlichen Granulozyten während der Phagozytose. I. Dokumentation, Quantifizierung und einige regulierende Faktoren. Die Zeitschrift für klinische Untersuchungen 55:945-955. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/1123431

15. Root R, Metcalf J (1977) H2O2-Freisetzung aus menschlichen Granulozyten während der Phagozytose. Beziehung zur Superoxid-Anionenbildung und zum zellulären Katabolismus von H2O2: Studien mit normalen und Cytochalasin B-behandelten Zellen. The Journal of Clinical Investigation 60:1266-1279. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/199619

16. Levine M, Padayatty S, Espey M (2011) Vitamin C: Ein Konzentrations-Funktions-Ansatz führt zu pharmakologischen und therapeutischen Entdeckungen. Fortschritte in der Ernährung 2:78-88. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22332036

17. Pei Z, Wu K, Li Z et al. (2019) Pharmakologisches Ascorbat als Prodrug für die Freisetzung von Wasserstoffperoxid zur Abtötung von Mykobakterien. Biomedizin und Pharmakotherapie 109:2119-2127. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30551469

18. Hidvegi M (2020) Verwendung von inhalativem vernebeltem Natriumpyruvat bei COVID-19-Patienten. Zeitschrift der Israel Medical Association 22:278. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32378817

19. Jobsis Q, Raatgeep H, Schellekens S et al. (1998) Wasserstoffperoxid in der Ausatemluft gesunder Kinder: Referenzwerte. The European Respiratory Journal 12:483-485. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/9727806

20. Varma S, Devamanoharan P (1990) Ausscheidung von Wasserstoffperoxid im menschlichen Urin. Freie Radikale Forschungsmitteilungen 8:73-78. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/2318421

21. Reis M (2011) H2O2: ein dynamischer Neuromodulator. Neurowissenschaftler 17:389-406. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21666063

22. Lee J, Walker K, Han H (2019) Spontane Erzeugung von Wasserstoffperoxid aus wässrigen Mikrotröpfchen. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America 116:19294-19298. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31451646

23. Zhu C, Francisco J (2020) Produktion von Wasserstoffperoxid, ermöglicht durch Mikrotröpfchen. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America 116:19222-19224. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31484759

24. Ernstgard L, Sjogren B, Johanson G (2012) Akute Auswirkungen der Exposition gegenüber Dämpfen von Wasserstoffperoxid beim Menschen. Toxikologie Briefe 212:222-227. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22677343

(Die in diesem Artikel geäusserten Ansichten sind die Ansichten des Autors und nicht notwendigerweise die aller Mitglieder des Nachrichtendienstes für Orthomolekulare Medizin

Hier noch das englische Literaturverzeichnis mit den Links.

References

1. Levy T (2020) COVID-19: How can I cure thee? Let me count the ways. OMNS Vol. 16, No. 37. http://orthomolecular.org/resources/omns/v16n37.shtml

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10. Goyal S, Chander Y, Yezli S, Otter J (2014) Evaluating the virucidal efficacy of hydrogen peroxide vapour. The Journal of Hospital Infection 86:255-259. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24656442

11. Halliwell B, Clement M, Ramalingam J, Long L (2000) Hydrogen peroxide. Ubiquitous in cell culture and in vivo? IUBMB Life 50:251-257. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/11327318

12. Halliwell B, Clement M, Long L (2000) Hydrogen peroxide in the human body. FEBS Letters 486:10-13. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/11108833

13. Caffarelli C, Calcinai E, Rinaldi L et al. (2012) Hydrogen peroxide in exhaled breath condensate in asthmatic children during acute exacerbation and after treatment. Respiration 84:291-298. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23018317

14. Root R, Metcalf J, Oshino N, Chance B (1975) H2O2 release from human granulocytes during phagocytosis. I. Documentation, quantitation, and some regulating factors. The Journal of Clinical Investigation 55:945-955. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/1123431

15. Root R, Metcalf J (1977) H2O2 release from human granulocytes during phagocytosis. Relationship to superoxide anion formation and cellular catabolism of H2O2: studies with normal and cytochalasin B-treated cells. The Journal of Clinical Investigation 60:1266-1279. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/199619

16. Levine M, Padayatty S, Espey M (2011) Vitamin C: a concentration-function approach yields pharmacology and therapeutic discoveries. Advances in Nutrition 2:78-88. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22332036

17. Pei Z, Wu K, Li Z et al. (2019) Pharmacologic ascorbate as a pro-drug for hydrogen peroxide release to kill mycobacteria. Biomedicine & Pharmacotherapy 109:2119-2127. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30551469

18. Hidvegi M (2020) Inhaled nebulized sodium pyruvate use in COVID-19 patients. The Israel Medical Association Journal 22:278. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32378817

19. Jobsis Q, Raatgeep H, Schellekens S et al. (1998) Hydrogen peroxide in exhaled air of healthy children: reference values. The European Respiratory Journal 12:483-485. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/9727806

20. Varma S, Devamanoharan P (1990) Excretion of hydrogen peroxide in human urine. Free Radical Research Communications 8:73-78. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/2318421

21. Rice M (2011) H2O2: a dynamic neuromodulator. Neuroscientist 17:389-406. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21666063

22. Lee J, Walker K, Han H (2019) Spontaneous generation of hydrogen peroxide from aqueous microdroplets. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America 116:19294-19298. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31451646

23. Zhu C, Francisco J (2020) Production of hydrogen peroxide enabled by microdroplets. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America 116:19222-19224. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31484759

24. Ernstgard L, Sjogren B, Johanson G (2012) Acute effects of exposure to vapors of hydrogen peroxide in humans. Toxicology Letters 212:222-227. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22677343

(The views expressed in this article are the author’s and not necessarily that of all members of the Orthomolecular Medicine News Service Editorial Review Board. Readers should consult and work with their own personal physician on any medical matter. OMNS welcomes discussion on a variety of subjects. Readers may submit their own article drafts to the Editor at the contact email below.)

Nutritional Medicine is Orthomolecular Medicine

Orthomolecular medicine uses safe, effective nutritional therapy to fight illness. For more information: http://www.orthomolecular.org

Simple & Stupid: Schutzmaßnahmen gegen Covid-19

Nach einem halben Jahr Corona-Epidemie fehlt es immer noch an Strategien, die Ausbreitung dieser Krankheit einzudämmen. Dies ist gleichbedeutend mit fehlenden Maßnahmen, der Krankheit vorzubeugen und, falls eine Infektion nachgewiesen ist, komplizierte Verläufe abzumildern bzw. zu verhindern. Womit sind die nationalen und internationalen Gesundheitsbehörden eigentlich beschäftigt? Die Pandemie wird nur verwaltet statt eingedämmt. Der Glaube, der fehlende Impfstoff sei nur mit Geduld zu ertragen, lähmt anscheinend einen kreativen Umgang mit dem vorhandenen Wissen. Was wird sein, wenn der Impfstoff nur zu 50 – 70 % schützt? Aber es gibt Hoffnungsschimmer:

Masken

Lange hieß es von Seiten des Robert-Koch-Instituts (RKI) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass einfache OP-Masken nicht vor einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 schützen. Professor Dr. Holger Schünemann von der McMaster Universität in Kanada lieferte mit einer Metaanalyse von 29 Studien den Gegenbeweis:

Masken verringern das relative Risiko, sich zu infizieren, um etwa 80 Prozent. Das bedeutet: Wenn das Basis-Ansteckungsrisiko bei etwa 50 Prozent liegt, wie es z. B.für Chorproben beschrieben wurde, dann verringert es sich, wenn ich eine Maske trage, auf 10 Prozent.

Diese Aussage beruht nicht auf randomisierten Studien, aber diese 80-prozentige Risikoreduktion ist relativ konstant über die Studien.

” Wenn keine randomisierten Studien da sind, müssen wir uns eben die nicht randomisierten anschauen und dann genau beschreiben, wie sehr wir diesen Arbeiten vertrauen.” (DOI: 10.1016/S0140-6736(20)31142-9) https://www.pharmazeutische-zeitung.de/der-effekt-ist-ueberraschend-gross-119389/

Fazit: Das RKI und alle, die das Maskentragen als nebensächlich, als “Symbol” abgetan haben, haben sich als Experten desavouiert. Zumindest eines bewirkt die Maske: Ein Bewusstsein der Gefährdung zu signalisieren und die Möglichkeit, sein Verhalten zu ändern und auch andere dazu anzuregen, ihr Verhalten zu ändern.

Aber Masken müssen auch korrekt getragen werden, und sie sollten mit anderen Maßnahmen kombiniert werden.

Verläufe abmildern

Prof. Klaus-Dieter Zastrow propagiert eine von ihm klinisch bereits seit Ende Februar empfohlene Methode, mit der auf Covid-19 positiv getestete Personen laut bisherigen Erfahrungen den Verlauf der Krankheit mildern können. Demnach kann eine viruzide Mundspülung die Anzahl der Viren in Mundhöhle und Rachenraum verringern. Zastrow erläutert hierzu, dass viele infizierte Personen lange keine oder nur sehr wenige Symptome zeigen und dann – bei schweren Verläufen – sehr plötzlich sehr krank würden. Die Lunge werde dann angegriffen, die Patienten bekämen starke Atemprobleme und müssten teilweise auf der Intensivstation behandelt und oft sogar beatmet werden.

„Wir haben den Patienten mit einem positiven Test auf das Coronavirus empfohlen, auch zuhause für rund acht Tage diese Mundspülungen anzuwenden“, berichtet Zastrow. Geeignet seien dafür lang bewährte Mittel, die zum Beispiel den Wirkstoff Povidon-Iod (wirksam ab einer Konzentration von 0,01% !!) oder Octenidin enthalten „Nach zirka sieben bis zehn Tagen beginnt der Körper dann auch, Antikörper gegen das Corona-Virus zu bilden, und hält es dadurch selbst in Schach.“ Natürlich sei das keine Studie, betonte Zastrow. Man habe aber einige dieser Patienten abtelefoniert und nach ihren Erfahrungen befragt. „Viele dieser Personen sind unserem Rat gefolgt. Keiner von ihnen hat einen schweren Verlauf von Covid-19 entwickelt. Das finde ich sehr erfreulich“, sagt der Experte. „So verringern wir die Ansteckungsgefahr für Mitarbeiter oder andere Patienten.”

https://www.obermain.de/lokal/obermain/art2414,829970

Wieso ist das keine Empfehlung, die vom RKI oder der WHO kommt? Povidon-Iod ist unschlagbar billig. Mit Beatmung von Schwerstkranken werden pro Patient zehntausende Euros an Kosten fällig.

30 ml Polysept kosten in der Apotheke ca 5€, man kann daraus drei Liter gebrauchsfertige Lösung herstellen, also 90 Becher á 100 ml Mundspüllösung .

Bill Gates und der medizinisch-industrielle Komplex würde durch diese Behandlungsstrategie nicht noch reicher, aber wieviel Menschen gerade in Ländern mit wenig Ressourcen wäre damit geholfen ?

Es wäre dann auch einfach, den von Ilaria Capua geforderten Schwenk zu einem wirksamen Schutz der Risikogruppen zu vollziehen:

https://www.dr-guggenbichler.de/wp-admin/post.php?post=3325&action=edit

Fledermäuse, Systemrelevanz und unser Verhältnis zur “Natur”

Die Corona-Pandemie mit ethnologischen Augen betrachtet

Außergewöhnliche Ereignisse lassen sich aus vielen Perspektiven betrachten. Die Ethnologie bildet da keine Ausnahme. Wie die Krise schon vorher nicht tragbare Zustände offenbart und was wir von den indigenen Völkern des Amazonasgebiets lernen können, beschreibt Naomi Rattunde, die an der Universität Bonn im Fachbereich Altamerikanistik/Ethnologie promoviert, in diesem Beitrag zur Reihe “Lebenszeichen”.

Wir werden uns in den Wald zurückziehen […] und niemanden sonst hereinlassen, denn all das ist nisun, verabschiedete sich Ibã Sales Huni Kuin bei der brasilianischen Anthropologin Els Lagrou am Telefon, als entgegen der Verharmlosungsstrategie des gefährlich ignoranten Präsidenten Jair Bolsonaro in Brasilien Quarantänemaßnahmen angekündigt wurden. Für die Huni Kuin, von ihren Nachbarn „Kaxinawa“ – Fledermausmenschen – genannt, sind für die meisten Krankheiten Interaktionen mit und der Verzehr von Tieren verantwortlich. Diese senden ihre nisun, Schwindel und Kopfschmerzen, die in einigen Fällen zu Krankheit und Tod führen können. Um diese Gefahr zu minimieren und das Gleichgewicht des Miteinanders verschiedener Seinsformen nicht zu stören, werden nur die zum Verzehr benötigten Tiere erlegt, wobei jede Jagd Aushandlungen mit den Jagdtieren bedeutet. Fledermäuse stehen jedoch nicht auf dem Speiseplan der Huni Kuin, da sie yuxin besitzen, eine Lebenskraft, die sie zur Formwandlung befähigt, so Lagrou in ihrem Beitrag „Nisun“ im Blog da Bibliotexa Virtual do Pensamento Social ( blogbvps.wordpress.com, 13.04.2020).

Zu Beginn des Telefonats wusste Ibã Sales Huni Kuin noch nichts von der wissenschaftlichen Annahme, dass das Coronavirus SARS-CoV-2 von Fledermäusen auf den Menschen übertragen wurde. Das Wissen der Huni Kuin und anderer indigener Gruppen um die engen Verflechtungen von Menschen und Nicht-Menschen sowie die Auswirkungen ihrer Interaktionen in einer als relational begriffenen Welt, in der „Natur“ und „Kultur“ keine voneinander getrennten Bereiche sind, sollte aber zu denken geben.

Fledertiere, deren Lebensräume weltweit durch den Menschen bedroht sind, sind Hemerophile oder „Kulturfolger“, die ihm in die anthropogenen Land- und Stadtschaften folgen, wodurch sich das Netzwerk des Zusammenlebens von Mensch und Tier verändert und verdichtet. Die Konsequenz ist eine Zunahme von durch (hier speziell) virale Zoonosen hervorgerufene neuartige Krankheiten insgesamt (HIV, H1N1, Zika). Dabei sind von von Fledertieren auf den Menschen übertragene Viren verursachte Epi- und Pandemien wie SARS (2002/03), MERS-CoV (seit 2013) und Ebola (seit 2014) in jüngerer Zeit besonders in Erscheinung getreten.

Zeitlichkeit und Dringlichkeit

Das global viral gegangene SARS-CoV-2 hat eine Krise bisher ungekannten Ausmaßes verursacht, die an verschiedenen Orten zeitversetzt „angekommen“ ist. In den Meldungen der Tagesschau war zunächst nur in Bezug auf China die Rede von einer „Krise“, die bald schon Italien erreichte. Anfang März wurde „Coronavirus-Krise“ bzw. „Corona-Krise“ zum geflügelten Wort, das auch die Situation in Deutschland, wenig später die weltweite Situation beschrieb. Dem Krisentheoretiker Reinhart Koselleck zufolge sind Krisen „Wahrnehmungsphänomene“, also Momente, in denen die Zukunft plötzlich als ungewiss empfunden wird und unter Zeitdruck, ohne die Möglichkeit, sich ein umfassendes Urteil zu bilden, Entscheidungen getroffen werden müssen. Gleichzeitig werden „Krisen“ gemeinhin als einschneidende Momente des schnellen Übergangs von einer lang andauernden, stabilen Phase der Normalität in eine andere gedacht. Demgegenüber steht eine Vorstellung der „Moderne“ als „Kontinuierung des Wandels“, als Normalität, die ständig von Kritik irritiert wird und sich daher permanent neu konstituiert (vgl. Thomas Mergels Einleitung zu Krisen verstehen, 2012, Campus Verlag).

In der Wahrnehmung von Krisen ist das Moment der Dringlichkeit zentral. Die „Klimakrise“ ist als solche zwar präsent, hat jedoch bisher nicht zu derart durchgreifenden Maßnahmen geführt, wie wir sie aktuell beobachten und spüren. 2015 war die „Flüchtlingskrise“ zu ihrem vorläufigen Höhepunkt in Europa ausgerufen worden; seitdem begleitet sie uns, jedoch unterliegt ihre Dringlichkeit politischen Konjunkturen, obwohl die Situation auch in Europa weiterhin alarmierend ist und die Zahl geflüchteter Menschen weltweit zunimmt. Der Eindruck der „Dringlichkeit“ von Krisen bewirkt zum einen Handlungsbedarf, andererseits, dass sie als bedrohlich und außergewöhnlich empfunden werden. Das brachten zwei der weltweit mächtigsten Frauen, Angela Merkel und Christine Lagarde, zu Beginn der Pandemie zum Ausdruck und die auf dieser Grundlage verhängten „außergewöhnlichen“ Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Virus – ihre divergierende Ausgestaltung und Intensität sowie die mangelnde Koordination sind zurückzuführen auf unzureichendes Wissen und Ungewissheit über das Virus selbst und unterschiedliche Interpretationen der Zahlen, die zwar Objektivität suggerieren, sie aber keinesfalls bieten – formieren eine neue Normalität des öffentlichen und privaten Lebens, die bereits in vollem Gange ist.

Ethnologie und Krise

Als Momente der „Verdichtung kultureller Dynamik“ werden Krisen für die Ethnologie zu Ausgangspunkten für weiterreichende „Überlegungen zum Verhältnis von Persistenz und Wandel“ und zur Reflexion über „theoretische Modelle sozialer Ordnung und deren Transformation“ (Stefan Beck & Michi Knecht in Krisen verstehen, S. 64). Das Fach interessiert sich für Krisen als „Generator[en] von Ordnungspraktiken“, wobei es nicht um die Krise als Problem an sich geht, sondern darum, „wie aus Krisenereignissen in global-lokalen Konstellationen auch dauerhafte Struktur entsteht“ (S. 68). Umgekehrt hat das Fach Interesse für die Krise als heuristisches Prinzip, also dafür, „wie Krisen die Erkennbarkeit kultureller Muster und sozialer Ordnungen gerade im Moment ihrer Infragestellung in besonderer Weise ermöglichen“ (S. 68). Oder, mit Eric Wolf (in „Facing Power“, zitiert nach Beck/Knecht): „We owe to social anthropology the insight that the arrangements of society become most visible when they are challenged by crisis.“ Die „Corona-Krise“ lässt eine ganze Reihe solcher „Arrangements“ auf eindringliche, weil verdichtete Weise sichtbar werden. Nur einige Beispiele: die Unterfinanzierung des weitreichend privatisierten medizinischen und vor allem Pflegesystems, die allgegenwärtige, aber zu oft tabuisierte häusliche Gewalt und fehlende Kapazitäten in Frauenhäusern, die hygienische Infrastruktur vieler Schulen, ganz abgesehen von der Unterfinanzierung des Bildungssystems insgesamt, unsere Abhängigkeit von transnationalen Lieferketten und „billigen“ Arbeitskräften aus osteuropäischen Ländern in der Landwirtschaft, asymmetrische Machtverhältnisse innerhalb der EU, die Entscheidung darüber, wessen Menschenleben mit welchen Mitteln gerettet werden – Zehntausende deutscher Urlaubsreisende im Ausland stehen wenigen Dutzend von Zehntausenden geflüchteten Menschen an den Außengrenzen Europas gegenüber.

Soziale Ordnung und Systemrelevanz

Wenn die soziale Ordnung Risse bekommt, etablierte Routinen und bestehende Normen des Miteinanders nicht mehr tragbar sind, „müssen neue Verbindungen geknüpft […] werden, die den Umgang mit krisenhaften Situationen (und darüber hinaus) strukturieren“ (Beck/Knecht, S. 69). Die Chance einer jeden und gerade auch dieser Krise ist es, dass sie auch schon vorher nicht tragbare Zustände und Risse offenbart und damit Handlungsbedarf dringlich werden kann. Die der globalen sozialen Ordnung inhärente Realität von social distance steht der Unmöglichkeit des social distancing diametral gegenüber. Die „neuen Ordnungs-Praktiken“ – oft „Ergebnis von Reibung in ungewohnten Konstellationen“ (S. 69), aktuell jedoch auch das ungewohnter Eintracht zwischen Koalition und Opposition – basieren immer auf bestehendem Wissen (etwa das aus anderen Coronavirus-Epidemien), Mustern (etwa die Benachteiligung ärmerer und schwächerer Bevölkerungsgruppen) und Strukturen (etwa ESM statt Coronabonds). Dabei rufen Krisen „in besonderem Maße zur Explikation des Gegebenen und des Neuen auf“ (S. 69). In diesem Lichte kann Angela Merkels Fernsehansprache am 18. März betrachtet werden, in der sie – „auf diesem ungewöhnlichen Weg“, so ihre Worte – „unser Handeln möglichst gut begründen und kommunizieren [will], damit es nachvollziehbar wird.“ In jenem „Zwang zur Erklärung“ von alten und emergenten Ordnungen und der notwendigen Legitimation beider liegt „das erkenntnistheoretische Versprechen“ von Krisen begründet, die die „Verhältnisse von Ordnung und Unordnung, von Begrenzungen und Handlungsmöglichkeiten, von Unsichtbarkeit und Sichtbarkeit“ irritieren (S. 69).

Einige Aspekte dieser Verhältnisse lassen sich am Paradigma der vieldiskutierten „Systemrelevanz“ erkennen. Während als systemrelevant klassifizierte Aktivitäten von auferlegten Begrenzungen ausgenommen sind, sind Handlungsmöglichkeiten in Bezug auf als nicht-systemrelevant erachtete Aktivitäten nicht mehr gegeben; gleichsam stehen zuvor „unsichtbare“ systemrelevante Akteure nun im Scheinwerferlicht, verschwinden nicht-systemrelevante Akteure ganz von der Bildfläche. Abgesehen davon, dass mit der Verleihung des Status „systemrelevant“ eine Wertung unterschiedlicher Bereiche des gesellschaftlichen Gefüges einhergeht, deren Angemessenheit und langfristige Konsequenzen zu evaluieren sein werden, ist hier vor allem das Wort „System“ relevant. Denn letztlich geht es dabei um die Frage, welches System aufrechterhalten werden soll – beziehungsweise darum, was sich an ihm ändern sollte.

Mensch und „Natur“

Die Corona-Krise macht deutlich, wie fragil das bis vor einigen Wochen größtenteils noch als intakt wahrgenommene, auf immer größeres Wachstum abzielende System globaler Mobilität und Vernetzung ist, das – so der kamerunische Historiker Achille Mbembe kürzlich in ganz anderem Zusammenhang in der Zeit („Die Welt reparieren“, 23.04.2020) – „das Ergebnis von Zirkulationen, Verpflanzungen und Übertragungen aller Art ist, von unerwarteten Zäsuren und Kontinuitäten“. Entsprechend der Prophezeiungen von Epidemiolog*innen, deren seit Jahren ausgesprochene Warnungen vor genau so einer Pandemie ungekannten Ausmaßes nicht gehört werden wollten, macht nun ein für das menschliche Auge unsichtbares Virus das Ausmaß der Zerstörung von Ökosystemen durch die stets fortschreitende Ausbeutung natürlicher Ressourcen und Ausbreitung der Spezies Mensch sichtbar. Sie führt uns vor Augen, dass wir Menschen Teil dieser Ökosysteme, Teil der „Natur“ sind und sie eben deswegen maßgeblich verändern, ja auch neue Ökosysteme schaffen, in denen neue Konstellationen von darin lebenden Wesen (einschließlich Viren und Bakterien) entstehen. Nur wenn das anerkannt wird, könnten Entstehung und Ausbreitung von SARS-CoV-2 vielleicht als „Naturkatastrophe“ bezeichnet werden. Diese Anerkennung ist zugleich Voraussetzung dafür, Konsequenzen für bedachtere und wenige invasive Umgangsweisen mit der (Um)welt ziehen zu können, um derartigen Brüchen im System vorzubeugen.

Diese Krise mit ihren außergewöhnlichen Dimensionen, in der alte, aber nicht als dringlich empfundene und neue, im Zuge des Virus entstandene Krisen sich überlagern und einander zuspitzen, ist möglicherweise ein besonders kritischer Wendepunkt, ein Moment der Entscheidung, gemäß der Bedeutung von krísis im Altgriechischen. Während Politikerinnen und Politiker darum ringen, die möglichst „richtigen“ Entscheidungen zu treffen, um die Kurve flach zu halten, und alle damit beschäftigt sind, diese Maßgaben nachzuvollziehen, einzuhalten und die Konsequenzen zu (er)tragen, stehen eher früher als später ganz grundlegendere Entscheidungen darüber an, wie die Menschheit sich selbst überleben will (kann) und wer dazugehören wird (soll). Die dafür dringend notwendige, breite gesellschaftliche Debatte auch auf globaler Ebene – und zwar bevor die Corona-Krise vorbei ist, weil sonst die Dringlichkeit nicht mehr wahrgenommen werden wird – ist nicht nur hierzulande vorsichtig angelaufen. Dass das vor allem mit Blick auf die Klimakrise geschieht, die die Welt wohl noch weit mehr aus den Fugen geraten lassen wird, ist kein Zufall, denn beide Krisen sind je spezifische Ausprägungen der „allgemeinen Krise des Lebendigen im ‚Anthropozän‘“ (Mbembe) und resultieren im Kern daraus, wie die Menschen ihre Beziehungen zu Tieren, Pflanzen und anderen Lebensformen, kurz, ihre Rolle in und Verhältnis zur „Natur“ gestalten – ein komplexes und profund ethnologisches Feld.

Die Ethnologie allein wird keine Antworten auf diese Fragen liefern, aber sie verfügt über die Werkzeuge der Beobachtung und Beschreibung, die dazu beitragen, die Dynamiken der aktuellen Krise zu verstehen. Sie blickt über den Tellerrand hinaus, ohne sich von dem, was auf dem eigenen Teller liegt, abzuwenden und kann Schlüsse ziehen, die Systemrelevanz haben (sollten). Els Lagrou schreibt etwa: „Das große Netz, das Menschen und Nicht-Menschen verbindet, ist zugleich Ursache und Lösung des Problems. Wir erleben, auf globaler Ebene, ein gemeinsames Problem, dessen Lösung auch gemeinsam wird sein müssen. Sie wird sich aus dem interdisziplinären und internationalen Informationsaustausch ergeben, vor allem aber daraus, was wir von anderen Denktraditionen lernen können, die nicht auf der dualistischen Trennung von Natur und Kultur gründen“. Jene dualistische Ontologie, die auf der Opposition zwischen „Subjekt“ und „Objekt“ beruht, „hat die modernistische und kapitalistische Unternehmung und ihre Erfindung einer Maschinerie zur Eroberung der Welt ermöglicht, die selbst die widerstandsfähigsten menschlichen und nichtmenschlichen Minderheiten, die versuchen, an ihren Rändern zu überleben, in ihr Getriebe schlingt“. Die relationalen Ontologien dieser menschlichen (indigenen) Minderheiten „enthalten für den Planeten heute lebenswichtiges Wissen“, nämlich das Wissen darum, dass Menschen, so wie alle Lebewesen, aus unterschiedlichen Wesen, Subjektivitäten und Beziehungen bestehen und „in ein dichtes Gewebe des Mit-Werdens verstrickt sind“.

Globale Polyphonie

Wir sind nicht dazu in der Lage, uns in Amazonaswälder zurückzuziehen, in der Hoffnung, dieses Mal den Gefahren der nisun aus fernen Wäldern zu entfliehen. Auch indigene Gruppen ziehen sich nicht in eine vermeintlich unkontaminierte Natur zurück, mit der sie in Einklang leben. Im Gegenteil: Die in der dualistischen Ontologie verhaftete idealisierende Vorstellung einer unberührten, „wilden“ und somit zum Objekt gemachten Natur, die vor menschlichem Einfluss geschützt werden muss, ist vor allem deshalb irreführend, weil Menschen immer schon Einfluss auf ihre Umwelt genommen haben. Der Beginn des „Anthropozäns“ ist weit vor dem 20., 19. oder 16. Jahrhundert anzusetzen, wie insbesondere archäologische und ethnologische Forschungen im Amazonasgebiet zunehmend facettenreicher zeigen. Die dortigen Wälder sind über tausende von Jahren entstandene anthropogene Landschaften, die in ihrer heutigen Form nur durch die kontinuierliche Manipulation der darin lebenden Menschen existieren, die diese Landschaften studieren, durch sie erinnern und in ihnen Geschichte lesen. Statt mit Einklang haben wir es, mit der Anthropologin Anna Tsing gesprochen, mit „polyphonen Gefügen“ von Melodien und Rhythmen verschiedener Subjektivitäten in menschlicher und nicht-menschlicher Gestalt zu tun, die – mal harmonisch, mal dissonant – zusammenspielen, sich begegnen und damit gegenseitig kontaminieren und verändern (Der Pilz am Ende der Welt, 2019, Matthes & Seitz, S. 39-48). Die relationalen Ontologien indigener Gruppen basieren darauf, dass sie nicht nur ihre eigene Stimme, sondern die Gesamtpartitur des jeweiligen polyphonen Gefüges kennen, ohne für sich die Position einer Dirigentin zu beanspruchen. Die ihr spezifisches polyphones Gefüge transzendierenden Stimmen der nisun der Fledermäuse aus chinesischen Wäldern sind zum dominierenden Motiv der derzeit recht dissonanten, eher durchimprovisierten als -komponierten Durchführung der komplexen globalen Fuge avanciert. Während sich neue Konsonanzen einspielen, können wir beim nächsten Spaziergang durch hiesige Wälder vermeiden zu denken, wir gingen „in die Natur“, als ob sie etwas uns Fremdes, von uns Abgeschnittenes wäre, und überlegen, wo unsere Handlungsspielräume liegen, welche Fäden wir spinnen können, um dem zerreißenden sozial-natürlichen Gewebe eine außergewöhnlich neue, reißfestere Struktur zu verleihen und damit der von Mbembe artikulierten „Utopie einer Weltreparatur und der universellen Versöhnung“ näher zu kommen und „die sich daraus ergebende Idee des ‚Gemeinsamen‘“ ohne Grenzen zwischen Kultur und Natur, Subjekt und Objekt, dem Wir und dem Anderen zu verwirklichen.

Die Autorin

Naomi Rattunde promoviert in Altamerikanistik/Ethnologie mit einer Arbeit über die Bedeutungen von Perlenketten in mitunter krisenhaften Aushandlungsprozessen zwischen dem Eigenen und dem Anderen am Beispiel zweier indigener Gruppen in Ecuador. Die Arbeit ist Teil des BMBF-finanzierten Verbundprojektes „SiSi“ ( Sinnüberschuss und Sinnreduktion von, durch und mit Objekten. Materialität von Kulturtechniken zur Bewältigung des Außergewöhnlichen).

Paradigmenwechsel – Covid-19 anders begegnen

Die Virologin Ilaria Capua ruft auf zu einer adäquateren Gefahrenanalyse und zur Konzentration von Schutzmaßnahmen da, wo sie wichtig sind:

“Die zweite Welle haben wir selbst in der Hand. Die kommt nicht von Gott, auch nicht vom Teufel oder vom Wind. Ich bin für einen Paradigmenwechsel: Nicht das Virus jagen, sondern die Risikogruppen beschützen.

Viele Länder haben sich aufs Tracking konzentriert, auf die App. Aber statt das Virus an Stellen zu verfolgen, wo es keine Probleme verursacht, müssen wir sicherstellen, dass Risikopatienten zu Hause bleiben. Ein paar Monate mindestens noch.”

https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/interview-mit-der-virologin-ilaria-capua-die-zweite-welle-haben-wir-selbst-in-der-hand/25951024.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

Drewermann spricht zu Markus Söder

Eugen Drewermann ist ein ehemaliger katholischer Priester, der als Ketzer 1991 die Lehrbefugnis entzogen bekam, 1992 Predigtverbot erhielt und vom Priesteramt suspendiert wurde.

Schon 1989 hat Drewermann über Kirchenstrukturen geschrieben, die erst dreißig Jahre später in der Debatte über Kindesmißbrauch breit thematisiert wurden.

Markus Söder ist ein oberfränkischer CSU-Politiker, der sich gegen viele Vorbehalte vieler Leute auf seinem Weg zum bayrischen Minister-präsidenten und CSU-Vorsitz durch nichts hat stoppen lassen.

In den Monaten der Corona-Krise hat er es geschafft, sich als Fels in der Brandung vermeintlich politischer Unfähigkeit und als Schutzengel der Bürger und möglicher Kanzlerkandidat zu inszenieren. Wann immer er über Corona spricht, nie versäumt er zu sagen, wie tödlich das Virus ist und wie hart er bereit ist, gegen das Virus vorzugehen. Symptomatisch das Bestreben bayrischer Polizisten, Bürger, die allein auf Parkbänken in der Sonne saßen, wegen Unterstützung der Corona-Ausbreitung nach Hause zu schicken.

Dies trotz der schon vor Monate absehbaren Tatsache, dass die Tödlichkeit von Covid-19 derjenigen von Influenza-Viren nahekommt. Im Land mit den meisten Infektionen, den USA liegt die Sterblichkeit bei ca. 0,5% der bekannten Infektionsfälle. Wenn die Dunkelziffer nicht erkannter Infektionen berücksichtigt würde, sänke diese Zahl vermutlich um den Faktor 5 bis 10. eine kalifornische Studie legt nahe, dass 50 mal mehr Menschen infiziert waren als gemeldet. Dann müsste als Sterblichkeit 0,5% : 50 = 0,01% angegeben werden

Wenn das Todesfallrisiko des Virus für Spanien mit 10 Prozent der Infizierten angegeben wird – aus welchen Gründen auch immer – dann sind Warnungen der Söder’schen Sorte angebracht. Wieso warnt Söder nicht vor Bier, Mortadella und Schweinshaxe? Deren Beitrag zu Morbidität und Mortalität vor allem männlicher Corona-Patienten ist nicht nur hierzulande erheblich.

Ein Konsumverzicht predigender Vegetarier, der keinen Kühlschrank für eine kühle Maß besitzt sagt zu den Anti-Coronaaktivitäten des bayrischen Ministerpräsidenten:

“Er sollte lernen, mit der simplen Tatsache der Endlichkeit seines persönlichen und unser aller Leben umgehen zu lernen. Wir werden verführt, in einem Klima der permanenten Angst zu leben, dass die Natur uns bedrohen könnte. Das tut sie unvermeidlich, das Leben endet tödlich, und das Dasein hat seine Grenze. Vermeidbar ist aber, wenn Menschen durch Fehlernährung vorzeitig krank werden und sterben, wenn Menschen wegen fehlender Geschwindigkeitsbeschränkungen sterben, wegen eines Wirtschaftssystems, das auf Gewinnmaximierung und Wachstum ausgerichtet ist wie die Tönnies-Unternehmen.”

Der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer erkannte 2018 in einem Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ an, was Drewermann an „Strukturen des Bösen“ in der Kirche erkannt habe, sei prophetisch gewesen. „Eugen Drewermann ist ein von der Kirche verkannter Prophet unserer Zeit“, sagte Wilmer.

Drewermann ist auch ein von den weltlichen und kirchlichen Laien verkannter Visionär einer neuen Verantwortlichkeit und Haltung dem Leben gegenüber.

https://www.schwaebische.de/ueberregional/politik_artikel,-kirchenrebell-eugen-drewermann-wird-80-_arid,11236033.html

Übersterblichkeit durch Covid-19?

Es wird berichtet, im April seien 8 % mehr Sterbefälle in Deutschland aufgetreten als in den Vorjahren. Alles nur wegen Corona? Daran ist zu zweifeln.

Wurde nicht der normale Krankenhausbetrieb zurückgefahren, um Kapazität für Corona-Patienten zu schaffen? Gab es nicht leere Wartezimmer bei Haus- und Fachärzten?

Wenn eigentlich schon als notwendig erachtete Operationen verschoben wurden, muss da nicht damit gerechnet werden, dass dies zu einer erhöhten Sterblichkeit wegen unterlassener Behandlung führen kann?

Ivan Illich wies auf eine Studie von David Bakan hin: Die Trennung von der heimischen Umgebung fördert den Ausbruch gefährlicher Krankheiten und dadurch die Sterblichkeit z. B. an Asthma, Krebs, Diabetes, Herzversagen, Lupus, rheumatische Arthritis, Colitis ulcerosa, Raynaud’scher Krankheit.

Haben uns die Folgen von Covid-19 nicht von unserer heimischen Umgebung in eine neue Welt von Ängsten, Einsamkeit und Stress versetzt? Könnte das folgenlos bleiben?

Solange nicht unterschieden wird, ob Menschen mit oder an Corona gestorben sind, solange keine diesbezüglichen Studien vorliegen, verbieten sich voreilige Schlussfolgerungen.

Quellen: Ivan Illich: Die Nemesis der Medizin, Beck, München 2007 S. 60; Bakan D: Disease, pain and Sacrifice: Toward a Psychology of Suffering, Boston: Beacon Press, 1971

Coronös: Zahlenschleier und Zahlensmog

Zahlen gelten als Fakten, die nicht wegdiskutiert werden können. Das RKI zeigt: Es gibt Zahlen, die mehr verschleiern als sie belegen. Dr. Hontschik spricht von “Zahlenschrott” . Das ist noch sehr wertneutral ausgedrückt. Mancher Schrott enthält wertvolle Stoffe, aber nicht jeder. Manche Zahlen nehmen uns die Luft zum Atmen so wie der Smog. Der R-Wert scheint mir nur den Vorteil zu haben, dass unabhängig von der tatsächlichen Anzahl der Neuinfizierten Alarm gegeben werden kann. Er offenbart eine atemberaubende Logik der Pandemie-Zelebration, mit einem Wort: coronös. Bilden Sie sich Ihr Urteil!

Frankfurter Rundschau; Samstag, 16.05.2020
„Dr. Hontschiks Diagnose“
Zahlenschrott
Was ist eigentlich ein R-Wert? Seitdem das Corona-Virus die Flut der Nachrichten und Sondersendungen dominiert, werden wir täglich mit der immer gleichen Zahlenzusammenstellung konfrontiert. Zuerst wird die Zahl der Infizierten genannt, sogenannte „bestätigte Fälle“. Das sind die Fälle mit Infektionsnachweis durch einen Labortest. Die Zahl der bestätigten Fälle wird ständig addiert, steigt also ständig an, von Tag zu Tag. Am Montag, dem 11. Mai gibt das Robert-Koch-Institut (RKI) 169575 bestätigte Fälle von Infektionen mit dem Corona-Virus an, 357 mehr als am Vortag. Aber über welchen Zeitraum verteilt sich das? Aussagekraft gleich Null.

Als nächstes wird die Zahl der Verstorbenen angegeben, am Stichtag waren es 7417, zweiundzwanzig mehr als am Vortag. Aus unerfindlichen Gründen berechnet das RKI daraus den Anteil Verstorbener mit 4,4 Prozent. Was kann man mit einer solchen Zahl anfangen? Nichts. Denn es ist reine Fantasie, dass 4,4 Prozent der Corona-Infizierten gestorben sind, sondern gestorben sind 4,4 Prozent der positiv Getesteten. Aber wer ist getestet worden? Getestet wurden nur Personen mit Risikofaktoren, die außerdem Symptome einer Atemwegserkrankung aufwiesen. Und da nicht nur das Corona-Virus Atemwegserkrankungen hervorrufen kann, haben wir es hier also mit einer ganz speziellen Teilpopulation zu tun, nämlich mit Menschen mit Atem-wegserkrankungen.

Wie viele der Millionen Tests negativ ausgefallen sind, bleibt im Dunkeln. Und daher ist auch keine Angabe darüber möglich, wie viele Menschen infiziert sind, aber nie krank wurden, denn sie wurden mit keinem Test erfasst. Es gibt nur Schätzungen, Studien sind in Arbeit. Nehmen wir an, dass nur jeder zehnte Infizierte krank wird, also getestet wird, dann wäre die Todesrate nicht mehr 4,4 Prozent, sondern nur noch 0,44 Prozent. Das gleiche gilt natürlich für die zuletzt immer angegebene Zahl der sogenannten Genesenen. Am Stichtag waren das 145600. Diese Zahl ist noch nicht einmal eine Schätzung, sie ist eine reine Erfindung. Wenn niemand weiß, wie viele Infizierte es tatsächlich gibt, wie kann man dann eine seriöse Angabe zur Zahl der Genesenen machen?

Den Höhepunkt der Verwirrung aber stellt die sogenannte R-Zahl dar. Sie gibt an, wie viele weitere Infektionen ein bereits Infizierter verursacht. Diese Zahl sollte unter 1,0 liegen, denn nur dann kann die Zahl der Infizierten sinken. Aber spiegelt unsere tägliche R-Zahl auch nur annähernd die tatsächliche Zahl der weitergegebenen Infektionen wider? Mitnichten.
Gerade werden wir wieder alle aufgeschreckt, weil das RKI am Stichtag von einem Anstieg der R-Zahl über den magischen Wert von 1,0 zu berichten weiß, natürlich verbunden mit Warnungen vor den schrecklichen Folgen der Lockerungen des Lock down. Dazu muss aber wissen, dass das RKI am 1.April das Berechnungsverfahren der R-Zahl geändert und am 6. Mai die Kriterien für die Testung komplett erneuert hat. Jetzt werden alle Menschen mit Atemwegserkrankten getestet, außerdem werden breit angelegte Tests bei gänzlich symptomfreien Menschen durchgeführt, zum Beispiel bei Fußballmannschaften. Dann weiß man nämlich, dass sich nicht mehr Personen angesteckt haben, sondern dass man lediglich mehr Infizierte gefunden hat. Ein himmelweiter Unterschied.

Die Erhöhung der R-Zahl über die magische Grenze von 1,0 beruht also nicht auf einer Zunahme der Infektionen, sondern auf der Ausweitung der Testungen. Und wenn man dann noch weiß, dass die aktuell veröffentlichte R-Zahl auf Daten beruht, die bis zu zehn Tage alt sind, dann kann die Erhöhung der R-Zahl über 1,0 mit Sicherheit nicht auf Lockerungen des Lock down zurückgeführt werden, denn diese kamen ja alle erst danach. Neuerdings wird vom RKI daher eine „geglättete“ R-Zahl veröffentlicht. Aha. Wer glättet hier was?

Damit wir uns nicht missverstehen: Abstandsregeln, Hygienemaß-nahmen und Atemmasken sind sinnvoll, Verschwörungstheorien fehl am Platz. Aber wer mit solchem Zahlenschrott täglich aufs Neue den massiven Eingriff in unser aller Leben begründet, der hat das wachsende Misstrauen selbst verursacht .”

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Ärztliche schwarze Magie gegen Covid-19

Als „iatrogen“ werden Krankheitsbilder bezeichnet, die von Ärzten verursacht oder verschlimmert wurden, unabhängig davon, ob sie nach Stand der ärztlichen Kunst vermeidbar oder unvermeidbar waren, das Substantiv dazu ist Iatrogenesis. Die Suchmaschine fördert einen einzigen (!) deutschen Link zutage, wenn man danach sucht – in Deutschland gibt es anscheinend keine Diskussion darüber, dass Ärzte mitunter das Gegenteil von dem erreichen, was sie eigentlich wollen oder sollen. Vor allem deswegen gibt es eine weit verbreitete Scheu, sich ins Krankenhaus zu begeben. Die Gefahr, sich dort mit einem Krankenhauskeim anzustecken, ist hier längst nicht in dem Maße gebannt wie z. B. in den Niederlanden.

Die Operations- und Transplantationsmedizin der letzten Jahrzehnte hat dazu geführt, dass durch derartige medizinische Wunder der Glaube, ja eine abstrakte Gewißheit gewachsen ist, die Wissenschaft könne in fast jeder Krankheitslage Erlösung bringen.

Covid-19 hat diese Gewissheit zutiefst in hohem Maße erschüttert. Eine beispiellose Angst hat sich binnen kurzem breit gemacht und wird am Leben gehalten. Aus der Untersuchung von Voodoo-Praktiken wissen wir: Jede Angst kann töten, aber eine angstbelastete Diagnose kann den Tod durch die Diagnose nahezu garantieren. Die Opfer magischer Praktiken auf Haiti leiden an ominösen, anhaltenden Ängsten, die eine heftige Reaktion des sympathiko-adrenalen Systems und ein plötzliches Absinken des Blutdrucks verursachen, das zum Tode führt.

Die ständig wie ein Mantra wiederholte Vorstellung, nur ein Impfstoff könne Rettung bringen, bestätigt das, was Ivan Illich formulierte:

Die traditionelle Weiße Magie der Medizin, die den Patienten in seinem eigenen Bemühen um Heilung unterstützte, ist zur Schwarzen Magie geworden.“ (…)

Medizinische Maßnahmen wirken als Schwarze Magie, wenn sie, statt die Kräfte der Selbstheilung zu mobilisieren den Kranken in einen ohnmächtigen und behexten Voyeur seiner eigenen Behandlung verwandeln. Medizinische Verfahren werden zu einer Krankenreligion, wenn sie als Rituale zelebriert werden, die alle Hoffnung des Kranken auf die Wissenschaft und deren Funktionäre lenken, statt ihn zu ermutigen, nach einer Sinndeutung seines Leidens zu suchen oder sich an einem bewundernswerten Menschen, der zu leiden gelernt hat – mag er vor Zeiten gelebt haben oder nebenan wohnen -, ein Beispiel zu nehmen. Die medizinischen Maßnahmen verschlimmern die Krankheit durch moralische Erniedrigung, wenn sie den Kranken in einem spezialisierten Milieu isolieren, statt der Gesellschaft jene Motivation und jenes Wissen zu vermitteln, die mehr soziale Toleranz für die Leidenden ermöglichen würden.“

Die soziale Iatrogenesis läßt sich weitgehend als negatives Placebo – als Nocebo-Effekt (lat.: ich werde schaden) – erklären. Die nichttechnischen Nebenwirkungen biomedizinischer Interventionen fügen der Gesundheit ungeheuren Schaden zu. Wie stark die Schwarze Magie einer medizinischen Intervention wirkt, ist nicht von ihrer technischen Effizienz abhängig. Die Wirkung des Nocebo ist, wie die des Placebo, weitgehend unabhängig von dem, was der Arzt tut.“

Wir stehen vor einem gigantischen Scherbenhaufen überholter Gewissheiten. Aber das, was Ivan Illich formulierte, hat Bestand:

Heute erhebt der Medizinbetrieb erneut den Anspruch, Wunder zu wirken. Die Medizin fordert ihr Recht auf den Patienten, selbst wenn die Ätiologie seiner Krankheit ungewiß, die Prognose ungünstig und die Therapie noch im experimentellen Stadium ist. Unter diesen Umständen kann der Versuch, “medizinische Wunder” zu wirken, eine Rückversicherung gegen das Scheitern sein, denn Wunder sind, definitionsgemaß, nur zu erhoffen und nicht zu erwarten. Das radikale Monopol über die Gesundheitspflege, das der moderne Arzt beansprucht. zwingt ihn mittlerweile, sich wieder priesterliche und königliche Funktionen anzumaßen, die seine Vorfahren aufgaben, als sie sich als Heiltechniker spezialisierten.“

Herr Drosten, Herr Wieler , erkennen Sie sich in diesem Spiegel ?

Alle Zitate nach: Ivan Illich: Die Nemesis der Medizin, C.H. Beck, München 2007 5. Auflage, S. 82 f

Covid-19 und Evidenzbasierte Medizin – ein multiples Systemversagen

„Die Naturwissenschaft ist heute zur Herrschaft gelangt, so wie die Theologie im 15. Jahrhundert. Wir gehen daher offensichtlich einer Zeit entgegen, in der die Naturwissenschaft ihre Macht ungestraft mißbrauchen kann.“

Vor 68 Jahren wurde dieser Satz des Universalgelehrten ( vor allem Historiker, Jurist, Sprachforscher und Soziologe) Eugen Rosenstock-Huessy: in seinem Buch “Heilkraft und Wahrheit – Konkordanz der politischen und der kosmischen Zeit” veröffentlicht ( S. 26).

Covid-19 zeigt vor allem eines: Virologen beraten Regierungen, aber es gibt keine Evidenz hinsichtlich der Empfehlungen, wie mit der Infektionsgefahr umzugehen ist, sondern eine Meinungspluralität der Extreme. Wie tödlich ist das Virus? Wie läuft die Ansteckung? Hilft’s, wenn alle eine Maske tragen? Welche Maske ist die richtige? Kann die FFP2-Maske mittels Sterilisation bei 70 ° oder erst bei 121° keimfrei gemacht und wiederbenutzt werden? Es gibt keinen gemeinsamen Nenner, keine Evidenz, schockweise widersprüchliche Empfehlungen.

Statt richtungsweisender ärztlicher Autorität erleben wir, dass Ärzte auf mehr Fronten versagen, als wir uns je vorstellen konnten. Covid 19 führt nicht nur zu rätselhaftem multiplen Organversagen bei einzelnen Erkrankten, sondern offenbart mangelnde Vorbereitung und fachliche Inkompetenz (“Wie setzen ein Ministerpräsident und ein Gesundheitsminister das Abstandsgebot in einem Aufzug um?”) auf individuellen und kollektiven Ebenen: Multiples Systemversagen.

Ist es nicht exakt so, wie der Philosoph Pascal Bruckner in diesem Zusammen­hang schrieb: “Die Unfähigkeit der Wissenschaft, alle Krankheiten zu be­kämp­fen, schockiert uns mehr als alles andere. Un­heilbar ist das ein­zige obszöne Wort des heu­tigen Wortschatzes.” 1 .

Was wir hören über Covid-19, schockiert uns. Aber was ist wahr davon? Wir stellen fest: Die Wissenschaftler sind alles andere als ein Fels in der Brandung, eher das sprichwörtliche Rohr im Wind. Wenn ein Robert-Koch-Institut nicht fähig ist, eine stringente Meinung zu vertreten sondern sich nach Adenauer-Manier hinausredet (“Was stört mich mein Geschwätz von gestern”), ist das Adjektiv “unfähig” eine passende Charakterisierung des Zustands einer angeblichen wissenschaftlichen insstitutionellen Führungselite.

Die Frage ist: Ist eine Medizin, die sich darauf beruft, nur die Erkenntnisse, die in doppelblind abgesicherten Studien gewonnen wurden als Maßstab für ärztliches Handeln zuzulassen, nicht auf dem Holzweg? Spätestens dann, wenn keine Studien zur Verfügung stehen, aber auch schon viel früher?

Ist es nicht ein Mißbrauch von Definitionsmacht, den Eindruck zu vermitteln, nur eine Impfung können gegen Covid-19 helfen und sonst nichts? Angesichts der Hunderttausende, die mittlerweile ohne ärztliche Betreuung wieder gesund geworden sind, war und ist es doch eine zu keinem Zeitpunkt gerechtfertigte Panikmache, in globalem Maßstab Todesängste massenmedial anzuheizen.

Der Erfinder des Defibrillators, Prof. Dr. Bernard Lown, schrieb eine “Anleitung zum Umdenken”, um der von ihm konstatierten “verlorenen Kunst des Heilens” (“The lost Art of healing”) entgegen zu setzen.

Zeigt uns Covid-19 nicht: Wir brauchen eine die Not wendende Iatroiatrie , eine Arztheilkunst, deren Inhalt ist: Was muss ein Arzt lernen, damit er wieder heilen kann? Erster Punkt wäre dann: Rückbesinnung auf den Erfahrungsschatz der Naturheilkunde. Ein Überblick findet sich hier:

Ruediger Dahlke: Schutz vor Infektionen – Immunkraft steigern, natürlich und nachhaltig unter besonderere Berücksichtigung von Covid-19 und Impfproblematik , Terzium Verlag 2020 ( hier finden sich unzählige Verweise auf wissenschaftliche Studien zu einzelnen naturheilkundlichen Heilmitteln)

1Bruckner, Pascal (1997): Ich leide, also bin ich – Die Krankheit der Moderne. Eine Streitschrift. Büchergilde Gutenberg, Frankfurt am Main / Wien , S. 71